Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 10.09.2018


UPC Tirol Liga

Höhenflüge auf beiden Seiten der Melach

Nicht nur Zirl, sondern auch Kematen trumpft derzeit in der UPC Tirol Liga groß auf. Ebenfalls gestiegen sind die Ansprüche bei den Wattens Amateuren.

© TT/Julia HammerleFabian Prasthofer (l., Zirl) im Infight mit dem Wattener Daniel Spinn: Am Ende gab es im Spitzenspiel der Runde keinen Sieger. Foto: Hammerle



Von Alois Moser

Kematen, Zirl – Zirl hieß vor dem Saisonstart der große Favorit auf den Meistertitel in der UPC Tirol Liga – derzeit wird aber auch in der Nachbarschaft auf der anderen Seite der Melach zum Höhenflug angesetzt: Kematen mischt aktuell ganz vorne mit. Die „Blues“ sind wie der laute Nachbar aus Zirl nach sechs Spieltagen immer noch ungeschlagen. Wie auch die Wattens Amateure, die dem Ligakrösus im Spitzenspiel gestern ein 3:3 abrangen.

„Die erste Hälfte war sehr gut. Marko Arnautovic würde sagen: ,Shampoo‘“, schmunzelte Wattens-Trainer Martin Rinker, um gleich wieder ernst zu werden: „Nach der Pause haben wir uns dann selber geschlagen.“ Symptomatisch: Während die Wattener noch mit dem Schiedsrichter diskutierten, verwandelte Zirl einen schnell abgespielten Freistoß zum Anschlusstreffer. „Das werden wir sicher im Training ansprechen“, ärgerte sich Rinker. Die Ansprüche bei der Werkself sind nämlich gestiegen: „Mit dem Fußball, den wir spielen, und mit unserem Potenzial gehören wir für mich da vorne hin.“

Gegner Zirl hätte man in diesen Tabellenregionen ohnehin vermutet – Trainer Christoph Aschenwald sieht ebenfalls noch Verbesserungspotenzial: „Wir müssen die Handbremse lösen.“

Nachbar Kematen gibt derzeit auf der anderen Seite der Melach Vollgas – auch wenn der gestrenge Herr Trainer selbst nach dem 4:1 gegen Kundl nicht restlos zufrieden war. „Das war kein gutes Spiel von uns. Also, mir hat es nicht gefallen“, schmunzelte Markus Schnellrieder nach dem vierten Sieg im fünften Spiel: „Wir waren nicht griffig, nicht eng genug am Mann, überall hat es ein wenig gefehlt.“ Seine „Blues“ überzeugen indes gegen Kundl einmal mehr mit Effizienz: „Wir haben vor der Pause aus 1,5 Chancen zwei Tore gemacht.“

Hochstehende Gegner liegen Kematen generell: „Da tun wir uns leichter. Und mit unseren schnellen Stürmern haben wir auch das richtige Personal dafür.“

Der Platz im Spitzenfeld der Tabelle hat aber auch eine Kehrseite: „Es wird von Runde zu Runde schwieriger werden, weil sich unsere Gegner hinten reinstellen werden.“

Im Gegensatz zum Nachbarn in Zirl und auch in Wattens bleiben die Ansprüche bei Kematen bescheidener: „Jeder Punkt ist super. Aber lieber spielen wir vorne mit, als hinten nachzulaufen.“