Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.10.2018


Sport in Tirol

Nach Verbands-Streit lässt Federspiel die WM sausen

Großer Ärger bei Daniel Federspiel: Tirols Mountainbike-Ass lässt mangels Unterstützung die Eliminator-Weltmeisterschaft aus.

© imago/CTK PhotoDaniel Federspiel strahlte 2016 so wie die Schweizerin Linda Indergand über WM-Gold im Eliminator.



Von Roman Stelzl

Innsbruck – Beim Thema Weltmeisterschaft machte Daniel „Feder“ Federspiel in den vergangenen Jahren vor Freude Luftsprünge – doch heuer geht der Tiroler Mountainbiker aus Wut in die Luft. Der 31-jährige Imster wird bei der Eliminator-WM Anfang November in Chengd­u (China) nicht auf seinen dritten Titel losgehen. Grund: Der Österreichische Radsportverband (ÖRV) lässt es an Unterstützung fehlen. Und das sorgt für viel Frust.

„Der Österreichische Radsportverband trägt nichts zur Unterstützung bei. Aber wenn Erfolge eingefahren werden wie bei Laura Stigger (Junioren-Weltmeisterin Straßenrad, Anm.), schmückt man sich wieder mit fremden Federn“, ärgert sich Federspiel, der für den Aufwand samt Fahrrad-Transport und Mechaniker wie im Vorjahr mit „rund 6000 Euro“ an Kosten kalkuliert. Und der gelernte Tischler und nebenberufliche Hausmeister, der heuer nach einem Fehlstart im Finale EM-Vierter wurde, sieht damit eine große Chance vergeben. „Jeder weiß, dass ich um Gold mitfahren kann, wenn mir alles aufgeht. Für den heimischen Radsport wäre das eine tolle Werbung. Aber da sieht man dann, wie es uns Sportlern wirklich geht. Vom ÖRV erhalte ich keinen Euro Unterstützung“, ergänzt Federspiel, der seit einigen Jahren bereits mit Privatsponsoren und einem „Ein-Mann-Team“ am Weg ist.

Anders sieht die Lage der ÖRV-Nationaltrainer und -Sportkoordinator Christoph Peprnicek, der am Sonntag mit Federspiel neuerlich Kontakt aufgenommen hatt­e. „Wir können leider nicht alle Projekte vollauf finanzieren, dafür fehlen uns die Fördermittel. Wir müssen uns auf olympische Disziplinen konzentrieren. Und es ist nun einmal so, dass der Weltverband den Eliminator abgewürgt hat“, erklärt Peprnicek. Bezüglich Federspiel legt er nach: „Wir haben einen Kostenersatz angeboten. Wenn er Gold holt, dann werden wir das sicher übernehmen – sonst kann man darüber reden. Und was einige nicht wissen: Es gibt in Chin­a 10.000 Dollar Preisgeld – wenn er also so siegessicher ist, dann kann er das auch so riskieren.“ 2017 hatte der ÖRV den WM-Trip nach Chengdu finanziert, damals war Federspiel auf Rang acht gelandet.