Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 22.10.2018


Osttirol

Skiclub Lienz feiert 50 Jahre Weltcup

Der Skiclub Lienz hat schon bessere Zeiten erlebt. Man will den Skiweltcup unbedingt halten.

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© Blassnig Christoph



Von Christoph Blassnig

Lienz – Im Jahr 1969 fand zum ersten Mal ein alpines Ski-Weltcuprennen in Lienz statt. Alle zwei Jahre machen die Damen noch immer am Hochstein Station. Der internationale Skiverband FIS wolle die Rennen in Lienz unbedingt halten, erklärte der geschäftsführende Präsident des Skiclubs Lienz, Siegfried Vergeiner, im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Jägerheim in der Pfister. „Der Grund ist die abwechslungsreiche Streckenführung am anspruchsvollen Hochsteinhang mit seinen vielen unterschiedlichen Geländegruppierungen“, so Vergeiner. Auch der Skiclub Lienz wolle sowohl mit dem österreichischen als auch mit dem internationalen Skiverband unbedingt weiter zusammenarbeiten. „Allerdings ist es jetzt schon jedes Mal eine finanzielle Herausforderung, die wir nur durch Sponsorengelder noch stemmen können“, berichtete der im Verein für die Finanzen zuständige Werner Frömel. Die Kosten würden stetig steigen und für das Rennen Anfang Jänner werde wohl erstmals die 200.000-Euro-Grenze erreicht, vermutet Frömel. Eine Lücke von etlichen tausend Euro gelte es baldigst zu schließen. Streng kontrollierte Höchst-Besucherzahlen und Sicherheitsvorschriften machten es zusätzlich schwer und gäben im Fernsehen kein gutes Bild, klagte Vergeiner. „Schon das letzte Rennen 2017 war ein großes Risiko. Noch leben wir als Verein von den Weltcup-Einnahmen. Fallen die weg, sieht es anders aus.“

Auch die sinkenden Mitgliederzahlen lassen im Verein immer weniger finanziellen Spielraum zu. Der Jahresbeitrag wurde um drei auf 38 Euro angehoben. Waren es vor vier Jahren noch 700 Mitglieder, stehe man derzeit bei 600, berichtete Vergeiner. Trotz der darin enthaltenen 252 Jugendlichen sei das Durchschnittsalter inzwischen sehr hoch. „Im nächsten Jahr steht bei mir ein Siebener vorne. Es wird endlich Zeit für einen Nachfolger“, sagte Vergeiner. Nach 50 Jahren im Ausschuss, 20 davon als Obmann und die letzten zehn Jahre als Präsident, sei er froh, dass mit Franz Rappold ein Kandidat gefunden werden konnte. Rappold werde in zwei Jahren an Ver­geiners Stelle treten. Das sei auch mit der Behörde bereits abgesprochen. „Wir müssen den Hochstein viel stärker als Skiberg bewerben.“, forderte der Präsident vom Tourismusverband. „Wenn der Weltcup erst einmal weg ist, kommt er nie mehr wieder.“ Das internationale Damen-Weltcup­rennen Anfang Jänner 2019 stehe ganz im Zeichen von 50 Jahre Weltcup in Lienz. „Sofort danach treten wir in Verhandlungen, weil der Kooperationsvertrag mit dem österreichischen Skiverband 2020 ausläuft“, kündigte Frömel an. Man wolle den Skiweltcup unbedingt halten.