Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.11.2018


Basketball

Neuer Höhenflug: Innsbrucks Basketball kehrt aus Versenkung zurück

In Innsbruck ist Basketball wieder angesagt. Und das tut ganz Tirol gut. In der Westliga läuft alles auf ein Duell zwischen den Raiders und Kufstein hinaus.

Lisandro Nowakowski (M.) und seine Raiders-Kollegen durften gestern über einen Sieg jubeln.

© Amir KaufmannLisandro Nowakowski (M.) und seine Raiders-Kollegen durften gestern über einen Sieg jubeln.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Schauplatz Leitgebhalle, Sonntagabend: Die Cheerleaders lächeln unermüdlich, am Mikrophon schreit Paul Philipp Lasch (Raiders-Eventmanager) „Defense, Defense“, und auf dem Parkett zeigt Raiders-Coach Amir Medinov seinem Basketballer Mansata Cisse den richtigen Laufweg. Es ist „Derby-Time“ in Innsbruck. Endlich wieder einmal. Die TI gastiert bei der neuen Hauptattraktion der Westliga, den Swarco Raiders. Die Ränge sind voll, das Publikum größtenteils nur junge Leute.

Dass die TI am Ende eine 39:74-Niederlage notieren muss, gefällt fast allen. Nur Raiders-Coach Amir Medinov ist bedacht darauf, dass seine Spieler nicht zu sehr aufgeigen: „So hat es gepasst. Der Respekt der TI gegenüber ist mir wichtig.“ Dem Ex-Basketballer liegt das große Ganze am Herzen. Dass auch das zweite Heimspiel erneut vor vollen Rängen (400 Fans) stattfindet, rundet den Erfolg ab. Und macht Lust auf mehr. „Irgendwann wäre es für Tirol wichtig, wieder eine Zweitliga-Mannschaft zu haben.“

Unglaublich aber wahr: Tirol hat als einziges Bundesland kein Basketball-Team in der ersten oder zweiten Liga vertreten. Die Raiders wollen diese Lücke schließen. Dabei sieht Medinov aber besonders ein Team, das auf dem Weg zum Titel eine harte Nuss werden könnte: die Kufstein Towers. „Ich sehe Kufstein als härtesten Konkurrenten. Sie haben starke Legionäre und vor Kurzem Feldkirch geschlagen, die ich ebenso auf Augenhöhe sehe.“

Nach drei Siegen in ebenso vielen Spielen sieht der Raiders-Coach noch Handlungsbedarf: „Es gibt noch einiges zu verbessern. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es sowohl im Halbfinale wie auch im Endspiel nur ein Spiel gibt. Wenn du da einen schwachen Tag erwischst, ist alles aus.“

Keinen schlechten Tag haben die Towers an diesem Wochenende bei ihrem Duell gegen die USI Bulls erwischt. Mit dem 95:57-Sieg stehen die Festungsstädter nun auch bei drei Siegen bei drei Liga-Spielen.

Auf dem Nachhauseweg sieht man beim Innsbrucker Publikum fast nur glückliche Gesichter. Die Raiders haben dem Basketball in der Tiroler Landeshauptstadt wieder Leben eingehaucht. Etwas, was man in all den Jahren doch vermisst hat. Das bestätigen die vollen Ränge. Und wer weiß: Vielleicht geht ja Tirols Basketball-Export Benjamin Ortner, der gestern eine 57:91-Niederlage mit Reggiana erlebte, ja nach seinem Italien-Gastspiel einmal für die Raiders auf Punktejagd.