Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.12.2018


Bezirk Schwaz

Zillertaler Energiebündel mit ehrgeizigen Zielen

Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die Finkenbergerin Lisa-Maria Dornauer von einer Anti-Sportlerin zu Tirols bester Triathletin.

© RubisoierSonniges Gemüt, ehrgeizige Ziele: die Zillertaler Profi-Sportlerin Lisa-Maria Dornauer.



Von Angela Dähling

Finkenberg – Sie schwimmt 1,9 km, bringt danach radelnd 90 km hinter sich und läuft dann noch 21,5 km: Lisa-Maria Dornauer zählt zu Österreichs besten Triathletinnen. In zehn Bewerben (vom Chiemsee-Triathlon bis zum Ledro Man in Italien) lehrte sie heuer der Konkurrenz das Fürchten.

Zufrieden ist das blonde Energiebündel aber nicht. „2017 lief es viel besser, 2018 war unstrukturiert und ich war zu unschlüssig. Das begann schon im Winter bei der Vorbereitung“, sagt die 26-Jährige selbstkritisch. Jetzt will sie es besser machen. Denn wer glaubt, der Winter bedeute Urlaub und Erholung für die Profi-Sportlerin, der irrt. Drei Wochen Pause gönnte sie sich im Oktober nach dem letzten Rennen. Seither stehen wöchentlich rund 30 Trainingsstunden auf dem Programm. Neben zwei Triathlon-Disziplinen täglich sind auch Krafttraining und Alternativsportarten wie Langlaufen angesagt. Dass sie den letzten Winter ohne Trainer und Trainingslager absolvierte, sei ein Fehler gewesen, resümiert sie und verrät ihr ehrgeiziges Ziel für 2019: neben Mitteldistanz-Bewerben erstmals die Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen) in Angriff nehmen.

Dornauer mit ihrem Freund, Top-Triathlet Tom Steger.
- Dähling

Wie sie zum Triathlonsport kam? „Ich bin mit der Tochter des Wiesinger Triathleten Franz Sailer befreundet und 2011 mit ihr zum Ironman nach Klagenfurt gefahren. Nicht wegen des Sports, sondern weil ich dachte, da gibt’s sicher lässige Männer zum Anschauen“, lacht Lisa-Maria Dornauer, die neben Ehrgeiz auch mit Schlagfertigkeit sowie mit einer kräftigen Portion Selbstironie und Zillertaler Humor ausgestattet ist. Die Männer beim Ironman waren der damals 19-Jährigen dann zwar zu alt, aber der Triathlon-Virus hatte sie gepackt. „Das will ich auch machen“, sagte sie sich. So wirklich ernst nahm sie da keiner. „Meine Eltern dachten, ‚die spinnt komplett‘. Denn ich hatte mit Sport nichts am Hut – außer mit dem Trinksport. Am Ballermann und beim Après-Ski hab ich Vollgas gegeben, aber länger als zehn Minuten saß ich nie auf dem Rad.“

Doch die Zillertalerin meinte es ernst. „Das Radfahren war das Schlimmste für mich. Ins Schwimmen bin ich schnell reingekommen und Laufen war auch kein großes Problem“, blickt sie zurück. Die Angatherin Eva Dollinger und der Fügener Peter Leo zählten seither zu ihren Trainern.

Innerhalb weniger Jahre mauserte sich die gelernte Frisörin zu einer Top-Triathletin. Der erste Bewerb war gleich der 70,3 Triathlon St. Pölten im Mai 2012. „Das war viel zu früh, ich brauchte sechs Stunden ins Ziel. Aber es taugte mir“, erinnert sie sich.

Im selben Jahr lief sie ihrem Freund Thomas Steger beim Mils Duathlon in die Arme. Der Triathlet stand damals auch am Anfang seiner Karriere. „Er versteht mich. Mit einem, der nicht sportelt, wäre das schwierig“, meint sie. Seit drei Jahren ist Lisa-Maria Dornauer inzwischen Profi-Triathletin. Konkurrentinnen, die sie einst um gut eine Stunde abhängten, lässt die Blondine nun hinter sich.

Lisa-Maria Dornauer in ihrem Element.
- Dähling