Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.01.2019


Osttirol

Dolomitenlauf in Obertilliach: “Klima hat sich verändert“

Die Organisatoren um TVB-Obmann Franz Theurl hätten sich nach zehn Jahren wieder ein Rennen im Lienzer Talboden gewünscht. Aufgrund des Klimas wäre ein späterer Zeitpunkt für das Rennen möglich.

Wie im Vorjahr werden auch heuer die sportlichen Langlauf-Wettkämpfe des Dolomitenlaufes in Obertilliach ausgetragen.

© EXPA PicturesWie im Vorjahr werden auch heuer die sportlichen Langlauf-Wettkämpfe des Dolomitenlaufes in Obertilliach ausgetragen.



Von Christoph Blassnig

Obertilliach – Alle Bewerbe des 45. Dolomitenlaufes finden vom 18. bis zum 20. Jänner in Obertilliach statt. Die Organisatoren um TVB-Obmann Franz Theurl hätten sich nach zehn Jahren wieder ein Rennen im Lienzer Talboden gewünscht. Doch die Wetterverhältnisse machen ein solches Unterfangen unmöglich.

„Das Klima hat sich verändert, das müssen wir anerkennen“, sagt Theurl. „Nicht einmal in schneesicheren Orten wie Obertilliach, St. Jakob und Prägraten kann man Loipen heute noch ohne größeren Aufwand auf Naturschnee präparieren.“ Für eine Streckenführung von der Dolomitenhalle in Lienz über Amlach, Tristach und Lavant gibt es weder eine Schneegrundlage noch ausreichend niedrige Temperaturen für die Erzeugung von Kunstschnee. Da nützen auch die eigenen Kanonen und behördlichen Genehmigungen zur Wasserentnahme aus der Drau nichts. „Der Talboden ist leider wieder aussichtslos“, resigniert Theurl einmal mehr.

Inzwischen überlege man eine zeitliche Verschiebung des Langlaufwochenendes in den Februar. „Der Winter beginnt immer später. Erst Mitte oder Ende Jänner bekommen wir Schnee. Dem müssen wir zukünftig Rechnung tragen.“ Ganz einfach werde es nicht, in Abstimmung mit den internationalen Worldloppet-Partnern einen späteren Renntermin zu finden, vermutet der TVB-Obmann.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen von Kartitsch bis Obertilliach auf Hochtouren. Im Vorfeld hat man sich um eine erleichterte Streckenführung bemüht, so dass auch etwas weniger trainierte Langläufer die Anstiege auf den Kartitscher Sattel schaffen. Ob der Start bzw. das Ziel der Wettkämpfe statt im Biathlonzentrum im Ortskern von Obertilliach angesetzt werden und ob eventuell eine zweite Runde gefahren werden wird, hängt auch im Tiroler Gailtal vom Niederschlag in den nächsten Tagen ab. „Es herrschen jedenfalls Top-Verhältnisse für die Bewerbe“, schwärmt Theurl, „dank der Infrastruktur und der vielen helfenden Hände.“