Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.02.2019


Beachvolleyball

Star-Trainer formt Martin Ermacora

Stelian Moculescu will Ermacora/Pristauz trainieren. Das Beachvolleyball-Duo zahlt ihn aus eigener Tasche.

Stelian Moculescu soll den Olympia-Weg erleichtern.

© gepaStelian Moculescu soll den Olympia-Weg erleichtern.



Von Susann Frank

Wien – „Diese Chance hast du nur einmal im Leben, die musst du nutzen, auch wenn es finanziell nicht so leicht ist.“ Als Trainer-Ikone Stelian Moculescu Martin Ermacor­a und Moritz Pristauz anbot, das Beachvolleyball-Duo zu unterstützen, fiel die Entscheidung ohne Wenn und Aber.

Moculescu, ein Name, der im Volleyball für Erfolg steht. Von 1997 bis 2016 gewann der gebürtige Rumäne mit Friedrichshafen 27 Titel und 2007 holte er mit den Norddeutschen den Champions- League-Titel. Vergangene Saison stellte er mit 68 Jahren sein Können erneut unter Beweis. Ende Februar wurde Europas Trainer des Jahres von 2007 vom Verein als Feuerwehrmann in den Play-offs eingestellt. Moculescu, der sich bereits in die Pension verabschiedet hatte, kam aus dem Urlaub zurück, sah das Team und sie feierten im Mai gemeinsam den deutschen Meistertitel.

Drei Monate später sprach er Ermacora/Pristauz an. Der Natterer erinnert sich: „Er kam nach dem Majorturnier in Wien auf uns zu und sagte, dass ihn nicht mehr viel im Trainerjob interessiert. Aber uns würde er gerne weiterhelfen. Er glaubt, uns Dinge beibringen zu können, die uns noch fehlen.“ Sie einigten sich auf ein bis zwei Wochen pures Techniktraining im Monat. Bezahlen müssen sie den Star-Trainer aus eigener Tasche. Das ist dem Duo, das 2020 in Tokio bei Olympia teilnehmen will, der finanzielle Aufwand wert. Sie wussten, was er kann. Vor zwei Jahren war Moculescu einmal kurze Zeit für den ÖVV tätig: „Damals war es nur schwierig, in kurzer Zeit etwas aufzusaugen.“

Die finanzielle Mehrbelastung für den Privattrainer nehmen sie auf sich, um das schwierige Olympia-Ziel zu erreichen. Nach seiner Schulter-Operation im November stieg Ermacora am Montag wieder ins Training ein, einen Monat früher als prognostiziert. Doch „es geht noch nicht gut“, gestand der 24-Jährige. Sich für die WM in Hamburg im Mai zu qualifizieren werde „sehr, sehr schwierig“. Allerdings hat er die Hoffnung, dass er so schnell Fortschritte macht wie Partner Pristauz. „Bei Moritz greifen die Technikänderungen gut. Und wenn ich wieder trainieren kann, bin ich guter Dinge, dass mir das ebenfalls gelingt.“