Letztes Update am Do, 14.03.2019 15:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Football

Das Stubaital rollt den Raiders den roten Football-Teppich aus

Der SV Mieders könnte das Nachwuchsproblem der Swarco Raiders lösen: Künftig werden die Footballer auch im Stubaital ausgebildet.

Der Sport mit dem Eierlaberl wird seit dieser Woche auch im Stubaital praktiziert. Daraus wollen die Raiders Kapital schlagen.

© KristenDer Sport mit dem Eierlaberl wird seit dieser Woche auch im Stubaital praktiziert. Daraus wollen die Raiders Kapital schlagen.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – „Wir haben kein Einzugsgebiet wie die Vienna Vikings. Wir müssen uns Spieler basteln.“ Den Satz wiederholt der Headcoach der Swarco Raiders, Shuan Fatah, jährlich einmal. Und auch der ehemalige Manager Peter Schwazer wusste: „Wir müssen die Täler endlich anzapfen.“ Das scheint mittlerweile im Stubaital geglückt zu sein: Am kommenden Samstag (15 Uhr) starten die Swarco Raiders in ihre neue Football-Saison. Mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger Am­stetten beginnt die „Mission Titelverteidigung“, bei der die Innsbrucker am Ende der Spielzeit erneut jubeln wollen.

Einen Grund für frühzeitige Jubel-Arien gibt es allerdings schon vor dem ersten Kick-off: Der SV Mieders hat dieser Tage das Stubaital für den Vorzeigeclub aus Innsbruck geöffnet. Am Kunstrasen wird dort jeden Dienstag (17 Uhr) ein Training unter der Leitung vieler Raiders-Coaches stattfinden.

Das zaubert nicht nur dem Nachwuchschef ein breites Lächeln ins Gesicht: „Was Besseres hätte uns nicht passieren können. Vor allem, weil der Anstoß vom SV Mieders selbst kam“, erklärte die Tiroler Football-Legende Florian Grein voller Enthusiasmus.

Die Jahrgänge 2008, 2007, 2006 und 2005 bekommen die Möglichkeit, den US-Sport zu erlernen. Dazu gibt es eine sportliche Perspektive obendrauf, die nicht jede Sportart bieten kann: Einerseits besteht die Möglichkeit, bis zur Kampfmannschaft aufzusteigen und vor bis zu 4000 Zuschauern im Tivoli-Stadion zu spielen. Andererseits bietet sich bei entsprechendem Talent sogar die Chance auf den Sprung über den großen Teich – wie es Christoph Henle bereits vorgemacht hat. Der Tiroler hat in der Vorsaison mit dem US-College-Team Baylor Bears den Texas Bowl gewonnen und nicht nur einmal vor 60.000 Zuschauern sein Können zeigen dürfen.

Apropos: So groß die Freude auch ist, der Sprung vieler Tiroler Talente in die USA hat mittlerweile Lücken in die Reihen der Kampfmannschaft geschlagen. Grein: „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich freue mich natürlich für die Jungs, die es schaffen. Aber klar bräuchten auch wir die Spieler bei den Raiders.“

Sollte sich auf lange Sicht das Trainingsangebot im Stubaital positiv auswirken, wäre durch die Initiative für zusätzlichen Nachwuchs gesorgt. Und bleiben die jungen Footballer dem Club lange genug erhalten, würde am Ende ebenso die Fatah-Truppe ganz oben profitieren. Bedarf besteht in jedem Fall. Grein: „Wir suchen Kinder, egal wie groß oder schwer.“