Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 25.03.2019


Unterhaus

Ein brisanter Wintertransfer im Zillertal

Manuel Einwallner wechselte Anfang des Jahres von Hippach nach Mayrhofen.

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© Michael Kristen



Von Daniel Lenninger

Mayrhofen – Wechseln Spieler heutzutage den Verein, verabschieden sich die meisten gemäß dem Wandel der Zeit via teaminterner WhatsApp-Gruppe. Damit musste Manuel Einwallner sich bisher allerdings noch nicht auseinandersetzen. Der Spielmacher trug knapp zwei Jahrzehnte das Trikot des SK Hippach.

Umziehen in Mayrhofen? Allenfalls bei Auswärtsderbys. Aber dann ging Reinhard Hofer bei seinem „Wunschspieler“ in die Offensive. Hofer ist Trainer beim Lokalrivalen, der wie Hippach in der Landesliga Ost spielt. Und er bekam, was er wollte. Nämlich einen „kreativen und torgefährlichen Mittelfeldspieler“. Daraufhin musste Einwallner rund um den Jahreswechsel dann doch eine Botschaft in Richtung Teamkameraden abschicken.

Das Gelb als Trikotfarbe war es eigenen Aussagen zufolge nicht, das Einwallner zum Transfer bewog. Auch nicht die Rückennummer 23, die sich der Real-Madrid-Fan, vom Brotberuf Tischler, aussuchte. „Die sportliche Perspektive war ausschlaggebend“, hält Einwallner fest. Der mit elf Treffern Zweitplatzierte in der Torschützenliste wechselte vom Tabellenachten zum Herbstmeister. Zwar verlor Mayrhofen durch das 3:3-Derbyremis in Stumm den Platz an der Sonne, das Saisonziel ist aber klar umrissen: Aufstieg in die Tiroler Liga. Dorthin will auch Einwallner: „Und mit Mayrhofen ist die Chance darauf höher als mit Hippach.“

Negative Rückmeldungen habe er nicht vernommen, höchstens ein paar Sprüche. Der Verein und er seien im Guten auseinandergegangen. Dem Vernehmen nach habe sich Hippach ähnlich schwer getan, die Freigabe zu erteilen wie Einwallner sich in seiner Entscheidungsfindung. Letztlich wurden dem Eigengewächs aber keine Steine in den Weg gelegt. Die Bestimmungen hätten es ohnehin erlaubt, Einwallner im Sommer per Zwangsverpflichtung zu holen. Bei einem Akteur seiner Güteklasse, für Hippach-Coach Thomas Fiegl der „beste Mittelfeldspieler in der Liga“, keine Option, die als abwegig zu bewerten ist. Bei der Aufholjagd nach 0:3-Rückstand in Stumm half Einwallner mit einem Treffer mit. „Ich bin tadellos aufgenommen worden“, sagt der Torschütze. Mit weiteren Scorerpunkten und guten Leistungen kann der Neuzugang die Integration beschleunigen. Und eine Aufstiegsfeier würde noch mehr zusammenschweißen.