Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.04.2019


Beachvolleyball

Nach Verletzungspause: Kaltstart mit vielen neuen Inputs für Ermacora

Verspätet durch Martin Ermacoras Verletzung, mit neuen Trainern und ohne Trainingslager beginnt für den Tiroler Beachvolleyballer in zwei Wochen die Turniersaison und die fast unmögliche Mission WM-Qualifikation.

Nach unruhiger Zeit stehen bei Martin Ermacora wieder Turniere an.

© gepaNach unruhiger Zeit stehen bei Martin Ermacora wieder Turniere an.



Von Susann Frank

Wien – Es ist endlich Ruhe eingekehrt. Mittlerweile können sich Martin Ermacor­a und sein Beachvolleyballpartner Moritz Pristauz voll und ganz auf das Training im Sand konzentrieren. Die Monate davor waren ziemlich ereignisreich. Ermacoras rechter Schulter-Operation im November folgt­e ein mühe­volles Aufbauprogramm. Im Februar kam das Ringen um die Verpflichtung der deutschen Trainer-Ikone Stelian Moculescu als Zusatztrainer hinzu. Wenig später, als der Nattere­r wieder voll ins Training einsteigen konnte, eröffnete ihnen ihr Vollzeit-Verbandscoach Alex Prietzel, nach Deutschland zu wechseln. „Nach nur zwei Trainingseinheiten. Das war der Worst Case“, sagt Ermacora.

Zum Glück konnte schnell adäquater Ersatz mit Leonardo Lourenco da Silva gefunden werden. Allerdings vertritt der ehemalige Coach von Ex-Beachvolleyballerin Sara Montagnolli andere Trainingsansätze als sein Vorgänger. „Athletik trainieren wir jetzt sehr viel auf Sand. Das ist sehr anstrengend“, erklärt das heutige Geburtstagskind. Daneben achtet „Leo“, wie der in Wien lebende Brasilianer kurz genannt wird, unter anderem auf einen ruhigen Spielaufbau und die Annahm­e, während Moculesc­u bei dem 25-Jährigen und seinem 23-jährigen Partner die Priorität auf den Angriff legt. „Er sagt, es ist das Element, mit dem wir punkte­n.“

Eine gute Mischung, an die sich Ermarcora und Pristauz aber erst gewöhnen mussten und weswegen sie vor ihrem verspäteteten Turniereinstieg (aufgrund von Ermarcoras Schulter) in Xiamen auf ein Trainingslager im Ausland verzichteten. Am Sonntag fliegen sie für ein paar Sand-Einheiten nach Doha, um dann fünf Tage später weiter zum Weltserien-Turnier in China zu fliegen. „Ein sehr direkter Einstieg, aber es ist so“, sagt Ermacora. Danach geht es weiter zum Dreistern-Turnier in Kuala Lumpur. Mit welchem Gefühl Ermacora startet? „Schwer zu sagen, wir haben seit August kein Turnier mehr gespielt. Das ist sehr lang.“

Druck kommt hinzu, weil es die letzten zwei Stationen sind, bei denen sich das Duo für die WM ab 28. Juni in Hamburg (GER) qualifizieren kann. „Die Chance, es zu schaffen, ist sehr gering“, gesteht Ermacora. Zumal ihre Trainingspartner und interne österreichische Konkurrenz Seidl/Waller „bis jetzt sehr gute Resultate erzielt haben“. Ermacora betont: „Aber solange eine Chance da ist, so lange geben wir nicht auf.“