Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 15.04.2019


Regionalliga West

„Ko & Ko“ tanzen über den Rasen

Wörgl-Angreifer Peter Ko-stenzer hat den Kampf um die Westliga-Torjägerkrone längst aufgenommen. Bei der SVG Reichenau schlüpft indes Kampfmaschine Manuel Ko-vatsch immer mehr in die Führungsrolle.

Der mit dem Ball tanzt – Reichenau-Antreiber Manuel Kovatsch mausert sich immer mehr zum Führungsspieler.

© Amir BeganovicDer mit dem Ball tanzt – Reichenau-Antreiber Manuel Kovatsch mausert sich immer mehr zum Führungsspieler.



Von Alex Gruber

Wörgl, Innsbruck –Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt ein Sprichwort. Im Fußball können aber auch Spätzünder eine reiche Ernte einfahren. Vor allem, wenn sie stets dranbleiben und hart an sich arbeiten. Womit man einmal mehr bei Peter Kostenzer wäre, der mit einem Doppelpack gegen St. Johann und den Saisontreffern Nummer 17 und 18 an diesem Wochenende angeschrieben hat. Weil Marco Grüll im Winter von St. Johann nach Ried gewechselt ist, führt Kostenzer jetzt noch die RLW-Schützenliste vor Dornbirns Brasilianer Ygor Carvalho Vieira (vier Tore gegen Altach) an. So einen Lauf hätte sich Kostenzer früher nie träumen lassen. „Als ich nach Wörgl gekommen bin, hatte ich in der technischen Umsetzung schon meine Schwierigkeiten und ich hätte nie daran geglaubt, dass es mit Training besser wird“, sagt er voller Demut – ein Mann, den sein Coach Denis Husic als „Sportler durch und durch“ beschreibt.

Jagt Kostenzer nicht der Kugel hinterher, schnallt er im Winter entweder die Tourenski an oder steigt aufs Mountainbike. Die Kletterwand lässt ihn sowieso das ganze Jahr nie los. „Denn wenn der Kopf raucht, muss ich raus“, schmunzelt der IT-Techniker, vor dem im Berufsleben konstant der Bildschirm flackert. Die Situation im Dress des SV Wörgl und mit all seinen Kollegen lässt Gedanken an ein Karriereende für den 33-Jährigen in weite Ferne rücken: „Ich glaube, ich spiele mit 40 immer noch. Es ist ja gerade doppelt schön.“

In der Reichenau ist zur Stunde auch ein Stern am Steigen, dessen Nachname wie jener von Ko-stenzer mit den Anfangsbuchstaben „Ko“ beginnt – Manuel Kovatsch markierte beim ersten Frühjahrssieg, dem 2:0 gegen Grödig, seinen dritten Saison­treffer. Nach dem Abgang von Stefan Milenkovic (Zirl), der langwierigen Verletzungspause von Regisseur Patrick Steinkellner und dem voraussichtlichen Karriereende von Alex Mader hat die Offensivkraft der Innsbrucker ordentlich gelitten. „Momentan sind wir im Spiel nach vorne etwas limitiert“, gesteht Kovatsch, der wie sein Wörgler Kollege ebenfalls fit wie ein Turnschuh ist. Das Programm in der „Muckibude“ (=Kraftkammer) hat der etwas kleinere „Terrier“ mittlerweile auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht „reduziert“, Zweikampf geht er dennoch keinem aus dem Weg: „Am Platz kann ich aggressiv sein und manchmal auch unnötig diskutieren“, lacht der 23-Jährige, der am Arbeitsmarkt auch seine weiche Seite entdeckt hat: Mit dem Zivildienst in der Kinderkrippe in Axams wechselte Bürokaufmann Kovatsch das Feld und lässt sich gegenwärtig zum Kindergartenpädagogen ausbilden: „Es taugt mir volle. Und wenn man so will, habe ich also zwei Seiten“, lässt er den Blick über den Rasen und seine aktuellen Praktikumsstellen schweifen.

Von „Ko & Ko“ wird man noch viel hören – zwei Typen, die auch als Muster an Fleiß brillieren.

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Der durch die Reihen tanzt – Wörgl-Goalgetter Peter Kostenzer punktet ein ums andere Mal mit seiner Athletik, selbst mit zerrissenem Trikot.
Der durch die Reihen tanzt – Wörgl-Goalgetter Peter Kostenzer punktet ein ums andere Mal mit seiner Athletik, selbst mit zerrissenem Trikot.
- Michael Kristen