Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.04.2019


UPC Tiroler Liga

Nicht für alle Vereine scheint in der Tiroler Liga die Sonne

Auch wenn es heuer keinen Absteiger gibt und das Alarmlicht ausgeschaltet bleibt: Manche Teams in der UPC Tirol Liga stecken trotzdem in der Misere.

Zams-Trainer Josef Haslwanter.

© Michael KristenZams-Trainer Josef Haslwanter.



Von Alois Moser

Innsbruck – Über Ostern hat vorübergehend der Sommer Einzug gehalten. Aber trotz des strahlenden Sonnenscheins umwölken Gewitterwolken so manche Trainerstirn in der UPC Tirol Liga. Auch wenn dank der Ligareform das leidige Abstiegsgespenst aus den Köpfen verscheucht worden ist: Anhaltende sportliche Miseren schlagen trotzdem auf die Stimmung. Frag’ nach in Zirl, wo Christoph Aschenwald für Martin Hofbauer Platz machen musste. Die Zirler sind im Frühjahr immer noch sieglos – aber dabei nicht allein.

Auch beim SVI läuft man den eigenen Ansprüchen wie auch dem ersten vollen Erfolg seit der Winterpause hinterher. Dabei bekamen die Männer von Markus Seelaus fast immer Lob von Gegnerseite. „Ich kann es einfach nicht mehr hören“, hat der Ex-Wacker-Kicker genug von brotloser Kunst: „Wir spielen gut, waren dreimal 1:0 in Führung, aber wir schaffen es nicht, Zählbares herauszuholen. Da stimmt doch etwas nicht.“ Auch im Herbst war der SVI mit fünf Niederlagen gestartet – klappt es wiederum gegen Völs mit dem ersten Sieg? „Ich freue mich jedenfalls auf die nächsten Spiele, da sollte einiges möglich sein.“

Sechs Spiele ist der SVI schon ohne Sieg, sieben sind es indes bei Volders. Auch im Kellerduell gegen Söll (0:1) ging man leer aus. Unglücklich und unverdient, wenn man Trainer Michael Streiter fragt: „Wir schaffen es nicht, unsere Chancen zu verwerten, und hinten werden wir derzeit brutal bestraft.“ Der Aufsteiger zahle im Moment „viel Lehrgeld“: „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, das Lernen muss ich meinen Spielern zugestehen.“

Immerhin einen Sieg hat die Union im Frühjahr schon geholt. Nach dem 2:1 gegen Söll (das wiederum gegen Volders den ersten Sieg feierte) folgten aber vier Niederlagen. Trainer Farid Lener haderte einmal mehr mit „katastrophalen Eigenfehlern“: „Das ist eine Katastrophe, wir schlagen uns jedes Mal selbst.“ Wie sein Volderer Kollege hat aber auch sein Pendant in Blau eine Patentlösung parat: „Wir werden einfach konzentriert weiterarbeiten.“

Zumal ohne Abstiegsgefahr sogar im Tabellenkeller mehr oder weniger befreit aufgespielt werden kann. Auch wenn Völs diesmal in Imst mit 1:7 unter die Räder kam, zuletzt zeigte man gegen Zirl und Zams (jeweils 2:0) auf.

Apropos Zams: Auch beim (neben St. Johann) größten Überraschungsteam des Herbstes ist aktuell ziemlich der Wurm drinnen. Das 1:9-Debakel gegen die Wattens Amateure war schon die dritte Niederlage in Serie für die Oberländer, die mit einem fulminanten Derbysieg gegen Imst ins Frühjahr gestartet waren. „Die erste Halbzeit waren wir noch live dabei, das hätte durchaus anders laufen können“, analysierte Josef Haslwanter die Heimpleite: „Wir waren zur Pause überzeugt, dass wir das noch drehen.“ Bekanntlich kam es anders: „Das Problem war, dass meine Burschen weiter Holladrio gespielt haben, obwohl Wattens beinahe jede Chance verwertet hat. Ab der 60. Minute war das Blödheit.“ Zumindest der Abstiegskampf bleibt Zams heuer auf jeden Fall erspart – und auch allen anderen.