Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.05.2019


App-Run

Wings for Life World Run: Kleines Trins, große gute Tat

Am Sonntag starten um 13 Uhr auf der ganzen Welt Menschen, um Querschnittsgelähmten zu helfen. Besonders rund geht es im sonst so beschaulichen Ort Trins mit Gewinnern von 68 WM-Medaillen.

Der ?Wings for Life World Run? macht Spaß und soll helfen, Heilung für Querschnittslähmung zu finden.

© red bull contentDer ?Wings for Life World Run? macht Spaß und soll helfen, Heilung für Querschnittslähmung zu finden.



Von Susann Frank

Trins – Der Unfall, der dem Rodler Radim Lanca 1999 in der Kurve zehn im Eiskanal Igls zum Verhängnis wurde, sorgt 20 Jahre später in der kleinen ­Gemeinde Trins für großen Andrang. Weil der Tscheche seither querschnittsgelähmt ist, kam Österreichs Rodelverbandspräsident Markus Prock auf die Idee, die kleine Kufen-Familie zum Laufen zu bewegen. Schließlich unterstützt der „Wings for Life World Run“ die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung. Und weil der Tiroler Verbandspräsident Pete­r Knauseder aus Trins ebenfalls sofort begeistert war, begannen sie einen App-Run in der Wipptaler 1300-Seelen-Gemeinde zu organisieren. Sprich: Jeder Teilnehmer lädt sich die Applikation auf sein Mobiltelefon und läuft dann mit den Kollegen gegen das virtuelle Catcher Car, das 30 Minuten später mit einer Geschwindigkeit von 14 km/h losfährt. Das ist anders als bei der Veranstaltung in Wien, wo das Auto wirklich startet. Wen es einholt, für den ist der Lauf beendet.

Simon Wallner und Gregor Schlierenzauer starten in Trins.
Simon Wallner und Gregor Schlierenzauer starten in Trins.
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Was in Trins jedenfalls als kleiner Lauf geplant war, hat sich zum Wipptaler Gesellschaftsereignis und zum größten App-Lauf in ganz Öster­reich entwickelt. Über 430 Läufer starten am Sonntag um 13 Uhr am Liftstüberl in Trins.

Darunter befinden sich mittlerweile Stars unterschiedlichster Sportarten wie Skifahrerin Stephanie Venier und Skisprung-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer. Auch zurückgetretene Sportler wie der nordische Kombinierer Klaus Sulzenbacher sind dabei. Insgesamt, sagt Knauseder stolz, zählt er Teilnehmer, die 68 Weltmeister- und 18 Olympiamedaillen gewonnen haben.

Für Rodel-Olympiasieger David Gleirscher ist es „ein cooles Event, bei dem man einen kleinen Beitrag leisten kann, Gutes zu tun“. Bis gestern Abend war die stattliche Summe von 9692 Euro aus Spenden und dem 20-Euro-Startgeld zusammengekommen.

 Kinigadners waren schon auf Ibiza dabei.
Kinigadners waren schon auf Ibiza dabei.
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Für den mit dem querschnittsgelähmten Sportler Simon Wallner befreundeten Schlierenzauer ist der Lauf jedes Jahr wieder besonders emotional: „Der Run ist für mich ein Event mit Inspiratio­n und Gänsehaut-Momenten.“ Wallner rollt natürlich mit, während überall auf der Welt zur selben Zeit das Startzeichen erscheint – wie auch bei den App-Runs in Kirchberg und Uderns/Fügen.

In Trins kommt man mit der Teilnehmerzahl ans Limit. „Es hat sich zur Größe eines Weltcuprennens entwickelt. Das ist sensationell“, schwärmt Knauseder. Statt einer gibt es nun zwei Labestationen und jetzt wurde noch ein beheiztes Zelt organisiert. Warum? Weil für den Ort auf 1270 Metern über dem Meeresspiegel am Sonntag Schneefall angesagt ist. Doch davon lässt sich keiner die Stimmung verderben.

Daten und Fakten

So geht's:

Wer mitmachen will, unter

www.wingsforlifeworldrun.com sind die Orte zu finden, an denen App-Runs organisiert werden. Oder App runterladen, Startgeld von 20 Euro zahlen und um 13 Uhr, wo auch immer man ist, loslaufen.

Charity:

Bisher sind 23,6 Millionen Euro durch die weltweite Veranstaltung zusammengekommen (Startgeld, Spenden). Alles geht zu 100 % in die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung.

App-Läufe in Tirol: Kirchberg, Uderns/Fügen und Trins. Für Trins waren laut Stand gestern Abend nur noch 18 Startplätze offen.