Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 05.05.2019


Handball

Das Ende der Saison: Hard ließ Schwaz Handball Tirol auflaufen

Endstation im dritten Spiel: Nach der 15:25-(3:9)-Niederlage in Hard ist die Saison für Schwaz Handball Tirol beendet.

Die Schwazer Handballer mit Kapitän Alex Wanitschek (r.) scheiterten im Viertelfinale gegen Hard (Zeiner, rot).

© gepaDie Schwazer Handballer mit Kapitän Alex Wanitschek (r.) scheiterten im Viertelfinale gegen Hard (Zeiner, rot).



Von Benjamin Kiechl

Hard — Die Stimmung der Tiroler Handballer passte sich dem Wetter an. Man hatte von der nächsten Sensation in Hard geträumt und wachte am Boden der Tatsachen wieder auf. In einem kuriosen Handballspiel verlor Sparkasse Schwaz Handball Tirol bei den „roten Teufeln" das dritte Viertelfinalspiel mit 15:25 und muss die spusu-Saison damit beenden. Die Harder indes dürfen weiterträumen und treffen im Halbfinale (ab 10.5.) auf Westwien.

Sebastian Spendier war mit vier Toren Topscorer.
Sebastian Spendier war mit vier Toren Topscorer.
- gepa

Die Niederlage hatte sich schon von Beginn an abgezeichnet. Bis zur 27. Minute gelang den Tirolern nur ein einziges Tor — so etwas gibt's im Handball nur ganz selten. Auch der mitgereiste Tiroler Fan-Anhang schüttelte resigniert den Kopf. Mit hängenden Köpfen schlich die Mannschaft nach der Schlusssirene vom Parkett. „Wir sind in der ersten Halbzeit an unserer Nervosität und den Nerven gescheitert", sagte Trainer Frank Bergemann. Speziell die emotionale Art von Hard-Goalie Golub Doknic brachte die Tiroler zur Verzweiflung — offensiv wollte einfach nichts gelingen. Die beiden Mannschaftsstützen Alexander Wanitschek und Sebastian Spendier gingen nach den knallharten Duellen im Vorfeld leicht angeschlagen in das Entscheidungsspiel. Nationalspieler Spendier ließ sich seine Sprunggelenksverletzung jedoch kaum anmerken und kämpfte wie ein Löwe.

Nach der 3:9-Watsche zur Pause keimte in der zweiten Hälfte nur kurz Hoffnung auf, so richtig spannend wurde es in der Sporthalle am See jedoch nicht mehr. „Unsere Abwehrleistung war gut, wir haben wenig Gegentore bekommen", strich Bergemann das Positive hervor.

In der Offensive fehlte der Killerinstinkt, man agierte zu umständlich. Man hatte den Eindruck, als ließen sich die Schwazer, die im ersten Spiel noch 19:17 gewinnen konnten, die Schneid abkaufen und wollten den Ball über Umwege ins Tor tragen. „Wir waren leider nicht im Stande, dem Spiel eine Wendung zu geben", resümierte Bergemann auf der Heimfahrt im Bus. Nachsatz: „Wir können jetzt enttäuscht sein, aber dürfen uns nicht zerfleischen."