Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.05.2019


Basketball

„Wir wollen die Raiders in der Bundesliga sehen“

Für die Raiders-Basketballer startet die „Mission zweite Liga“ in Graz. ÖBV-Präsident Gerald Martens hofft auf einen Höhenflug der Innsbrucker.

Swarco-Raiders-Coach Amir Medinov (r.) will bei den künftig entscheidende­n Partien die richtigen Worte finden.

© Michael KristenSwarco-Raiders-Coach Amir Medinov (r.) will bei den künftig entscheidende­n Partien die richtigen Worte finden.



Von Daniel Suckert u. Roman Stelzl

Innsbruck – Kufstein oder doch Innsbruck? Kurz machte sich am Sonntagabend etwas Verwirrung breit: Westliga-­Meister Kufstein überlegte auf einmal doch, einen möglichen Aufstieg gleich heuer anzugehen, während man im Lager des Vizemeisters, bei den Swarco Raiders, schon fix das Duell mit Graz eingeplant hatte. Jetzt herrscht Klarheit: Die Raiders dürfen in der Steiermark (Hin- und Rückspiel: 11./12. Mai) ran Im Falle des Erfolgs wartet der Tabellenletzte der zweiten Lig­a: Deutsch-Wagram.

Nicht nur ABL-Ligasekretär Andreas Szmolyan („Es haben sich nur Graz und Innsbruck für die zweite Liga gemeldet. Die Frist ist schon länger abgelaufen“), sondern auch Towers-Obmann Michael Pilger selbst brachte Licht ins Dunkel: „Wir müssen heuer nicht aufsteigen. Aber es könnte sein, dass die zweite Liga von zwölf auf 14 Teams aufgestockt wird. Mal sehen.“

Der Weg für die Raiders ist frei, jetzt muss man sportlich am Parkett glänzen. Das hatte man beim Westliga-Finale verabsäumt und eine 51:65-Abfuhr gegen die Kufsteiner hinnehmen müssen. Managerin Claudia Nuener sah das weniger dramatisch: „Das war ein Schuss vor den Bug. Aber besser wir verliere­n da als in den kommenden Duellen gegen Graz.“

Die rotweißroten Basketball-Ligen übernimmt ab Jul­i der ÖBV (Österreichische Basketball Bundesliga) von der ABL (Admiral Basketball Bundesliga). Und Präsident Gerald Martens „outete“ sich gleich mal als Anhänger der Raiders: „Wir wollen die Raiders in der Bundesliga sehen. Sie haben eine gute Mannschaft, wenn sie es richtig anstellen, sind sie nach einer Saison in der Bundesliga. Wir wollen mehr Teams aus dem Westen. Aber jetzt müssen sie erst einmal Leistung zeigen.“

Auch für Tirol wäre ein fixes Team in der höchsten Liga eine Bereicherung. Zu lange vegetierte der Basketball unter der Wahrnehmungsgrenze. Auch mit den Kufstein Tower­s gibt es eine zweite Mannschaft, die auf lange Sicht höher spielen möchte. Alles eine Frage des Geldes. Martens: „Die Vereine brauchen in der zweiten Liga 150.000 bis 250.000 Euro, in der Bundesliga braucht es 300.000 Euro.“

Neben einem Team aus dem Westen will Präsident Martens eine zusätzliche Expansion der Sportart. Dafür werden in der kommenden Saison wohl „die Spiele gratis im Internet übertragen“. Und läuft aus Tiroler Sicht alles wie erhofft, würden die Raider­s zu dem Zeitpunkt schon in der zweiten Liga auf Körbejagd gehen.

Die Basis stimmt in jedem Fall. Neben dem Landesliga-Meistertitel gab es beim Raiders-Nachwuchs auch den Titel in der U19- und U16-Altersklasse zu notieren. Erfolge, die für Managerin Nuene­r wichtig sind: „Sollten wir heue­r nicht den Aufstieg schaffen, verfallen wir nicht in Panik. Das Projekt ist langfristig angesetzt.“