Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.05.2019


Unterhaus

Fusion(en) statt Kader-Baustellen

Fieberbrunn und St. Ulrich vereinigen sich, Axams und Grinzens denken darüber nach. Es gibt mehr Aufsteiger.

St. Ulrich (gelb) schließt sich im Sommer Fieberbrunn an.

© OsterauerSt. Ulrich (gelb) schließt sich im Sommer Fieberbrunn an.



Von Daniel Lenninger

Fieberbrunn, St. Ulrich/P., Axams, Grinzens — Im Sommer lösen St. Ulrich und Hochfilzen ihre Spielgemeinschaft auf. Während Hochfilzen, das bisher als „Zweier" der SPG in der 2. Klasse Ost stationiert war und dort aktuell die Tabelle anführt, eigenständig bleibt, steht St. Ulrich vor einer neuen Partnerschaft. Der Fusion zwischen dem Landesligisten und dem Gebietsligisten SK Fieberbrunn wurde in den Generalversammlungen der Vereine bereits der Sanctus erteilt. Einer gemeinsamen Zukunft, die es im Nachwuchs bereits gibt, steht damit nichts im Weg. Als SK Pillerseetal geht man damit ab der Herbstsaison auf Punktejagd.

Den Stein ins Rollen brachte ein Spieler-Engpass bei St. Ulrich. „Es wäre für uns schwierig gewesen, für die nächsten Jahre noch eine Mannschaft aufzustellen", erzählt Michael Kirchner, seines Zeichens Sportlicher Leiter beim Landesligisten. Der Nachbar erwies sich als gesprächsbereit, wie Fieberbrunn-Obmann Martin Bergmann betont: „Bei uns bestand die Notwendigkeit eigentlich nicht, aber für die Zukunft erscheint es vernünftig."

Der Antrag, in der Landesliga, der aktuellen Spielklasse von St. Ulrich, zu spielen, wurde in einer Präsidiumssitzung des Tiroler Fußballverbandes abgelehnt. Wie aus TFV-Kreisen hervorging, basiert diese Entscheidung auf der Tatsache, dass sich St. Ulrich den Fieberbrunnern anschließt und nicht umgekehrt. „Wir haben damit kein großes Problem", sehen sich beide Vereine in der Gebietsliga ohnehin auf Aufstiegskurs. Für junge Spieler soll die bereits bestehende zweite Kampfmannschaft der Fieberbrunner in der 2. Klasse Ost eine wichtige Plattform bleiben.

Angesichts der ausgelöschten Lizenz von St. Ulrich stellt sich die Frage, wie sich diese Konstellation auf den Rest des Tiroler Unterhauses auswirkt. Da es aufgrund der Reform (Eliteliga) heuer in keiner Liga Absteiger gibt, kann es darauf nur eine Antwort geben. „Sollte dieser Fall eintreten, steigt aus den Ligen unterhalb der Landesligen jeweils eine Mannschaft mehr auf", bestätigt Alexander Viertl, Geschäftsstellen-Sekretär des TFV.

Offiziell beschlossen ist eine Zusammenlegung des SV Axams und des FC Grinzens allem Anschein nach noch nicht. Ein Spieler-Engpass und der Wunsch, den Spielbetrieb mit einheimischen Akteuren zu bewerkstelligen, sollen aber Gerüchten zufolge Gedanken über eine Fusion der Lokalrivalen in Gang gesetzt haben. Axams-Obmann Michael Kirchmair sowie sein Grinzens-Pendant Dietmar Überbacher wollten diese Thematik weder bestätigen noch dementieren. Die geplante Gebietsliga-Zukunft würde unterhalb der Bezirksligen einem weiteren Verein eine Aufstiegsfeier bescheren.