Letztes Update am Di, 21.05.2019 09:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klettern

Schubert nach München-Triumph: „Einer meiner schönsten Siege“

Nach Kitzbühel 2013 gewann Tirols Kletter-Weltmeister Jakob Schubert in München seinen dritten Boulder-Weltcup. Nun kann Olympia kommen.

Nach fast sechs Jahren Pause erkämpfte der Innsbrucker Jakob Schubert im Bouldern wieder das oberste Weltcup-Stockerl.

© imago/Sammy MinkoffNach fast sechs Jahren Pause erkämpfte der Innsbrucker Jakob Schubert im Bouldern wieder das oberste Weltcup-Stockerl.



Von Roman Stelzl

München – Als Jakob Schubert auf Rang eins aufleuchtete, konnte es kaum einer glauben. Nicht einmal Jakob Schubert selbst. An der letzten der vier Wände hätte nur noch ein Kletterer den Tiroler beim Boulder-Weltcup in München vom obersten Podestplatz stürzen können. Doch weil Tschechiens Ausnahme-Kletterer Adam Ondra, so wie viele, an jener Aufgabe scheiterte, die Schubert mit Bravour meisterte, stand am Ende der 28-jährige Innsbrucker ganz oben.

Weltcupsieg 24, der dritte im Bouldern nach Kitzbühel 2013 und Chongqing (CHN) 2012. Eine kleine Sensation. Das wusste auch Tirols Sportler des Jahres: „Das ist einer meiner schönsten Siege. Gerade im Bouldern. Daran habe ich vor einigen Wochen nicht mehr geglaubt.“

Aus gutem Grund: Der Doppel-Weltmeister von 2018 war mit den Rängen 47 (Meiringen/SUI) und 27 (Moskau) in die Saison gestartet, nach Platz 18 (Chongqing) und drei (Wujiang/CHN) folgte nun beim letzten Boulder-Weltcup-Auftritt heuer der fulminante Schlusspunkt.

Ein ungemein wichtiger Schlusspunkt. Nicht wegen der Gesamtwertung im Bouldern (7.), die ist null und nichtig, zumal Schubert so wie Jessica Pilz die letzte Station im Juni in Vail (USA) auslässt. Es geht vielmehr um die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die große Qualifikation dafür steigt bei der WM in Hachioji (JPN/11. bis 21. 8.), dort muss der Gesamtweltcupsieger unter die besten sieben. Die Boulder-Generalprobe war ein voller Erfolg, auch im Speed (Rekordzeit) klappte es gut. Im Kombinations-Weltcup ist Schubert derzeit Zweiter. Die besten 20 dieser Wertung dürfen in Toulouse (FRA) Ende November um sechs Olympia-Plätze klettern.

Neben Schubert und Jessica Pilz (8. im Kombi-Weltcup) sind Sandra Lettner (21.), Laura Stöckler und Georg Parma noch im Rennen. „Wer sonst die Chance bekommt, werden wir dieser Tage entscheiden“, sagt KVÖ-Geschäftsführer Heiko Wilhelm. Der Vorstiegs-Weltcup (ab 4. Juli) könnte alles verändern. Und da kommen Schubert und seine Kollegen erst richtig in Fahrt.