Letztes Update am Mo, 03.06.2019 11:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thema der Runde

Der FC Wacker liefert viel Stoff für Geschichten im Tiroler Fußball

Das dritte Herren-Team des FC Wacker Innsbruck blickte gestern in der 1. Klasse West ins Leere, weil Ried kurzfristig nicht antreten konnte. Für die schwarzgrünen Bundesliga-Damen ist die Saison bereits beendet.

Die jungen Kicker von Wacker III wie Rezk Redouani legen sich in der 1. Klasse West am Weg zum Titel ordentlich ins Zeug.

© RachleDie jungen Kicker von Wacker III wie Rezk Redouani legen sich in der 1. Klasse West am Weg zum Titel ordentlich ins Zeug.



Von Alex Gruber

Frage nach der Zukunft für Wacker III

Unverrichteter Dinge mussten am Sonntag die Kicker von Wacker III den Platz in der Reichenau räumen. „Ried hat uns zwei Stunden vor Anpfiff darüber informiert, dass sie keine Mannschaft zusammenbringen“, meldete Wacker-Coach Christian Stoff. Eine Strafverifizierung wegen Nichtantreten wird den jungen Wackerianern wohl drei Punkte bringen. Dafür könnte der Frühjahrs-Auftakterfolg gegen Oetz abhandenkommen, weil Goalie Markus Gabl (Akademie-Spieler) nicht ordnungsgemäß freigeschaltet war. Mit einem Sieg im Nachtrag gegen die Union II sollte der Titel und Durchmarsch von der 2. Klasse in die Bezirksliga am Donnerstag in trockenen Tüchern sein.

Für Coach Christian Stoff hätte sich der ein oder andere seiner Kicker einen Aufstieg in die kommende zweite Regionalliga-Mannschaft durchaus verdient: „Ich würde es den Jungs wünschen. Denn einige von ihnen (z. B. Jonas Schrimpf/14 Saisontore, Nico Brandstätter/13) sind relativ gefragt bei anderen Tiroler Klubs.“

Dass die Weichenstellung der dritten Mannschaft etwas in der Warteschleife hängt, ist nach dem Bundesliga-Abstieg auch Stoff klar: „Im Verein ist kommuniziert, dass es weitergehen soll. Klar ist aber auch, dass es momentan größere Sorgen gibt.“

Den andauernden Diskussionen, warum der FC Wacker als Spitzensportverein im Breitensport des Tiroler Unterhauses ein drittes Team stellen muss, begegnet Stoff mit einer klaren Ansage: „Es wird nicht bzw. viel zu selten kommuniziert, dass wir im Sinne unseres Nachwuchskonzeptes die U18-Mannschaft in den Erwachsenenfußball hochgezogen haben.“

Talente wie Rezk Redouani, Josip Steko oder Paul Überegger führt Stoff im Jahrgang 2002 an. Auch für Präsident Gerhard Stocker macht die Durchgängigkeit Sinn. Im Wissen, dass man abwarten muss, was sich in den kommenden Tagen vor allem in wirtschaftlicher Sicht für den Klub herauskristallisiert. Die Pyramide ist ja trotzdem noch von oben (2. Liga) nach unten zu bauen, von der Spitze in die Breite.

„Natürlich haben wir einen gewissen Zeitdruck“, weiß Stoff, der bezüglich seiner Person Gespräche abwartet: „Aber es ist eine schöne Aufgabe, die älteste Nachwuchsmannschaft des FC Wacker zu führen.“

„Wir haben unsere Saisonziele erreicht und mit Wacker wieder Akzente für den Frauenfußball gesetzt", zeigte sich Damen-Trainer Masaki Morass zufrieden.
„Wir haben unsere Saisonziele erreicht und mit Wacker wieder Akzente für den Frauenfußball gesetzt", zeigte sich Damen-Trainer Masaki Morass zufrieden.
- Michael Kristen

Wacker-Damen blicken zufrieden in die Zukunft

Nach der 1:2-Niederlage beim FFC Vorderland schlossen Wackers Bundesliga-Damen die Saison am sechsten Platz ab. Der Talenteschuppen aus Team zwei hatte die 2. Liga Mitte/West zuvor schon auf dem starken dritten Rang beendet. Grund genug, warum Coach Masaki Morass zufrieden feststellt: „Die letzten Ergebnisse waren etwas schade. Aber wir haben in der Bundesliga souverän die Klasse gehalten und wieder junge Talente entwickelt. Ich hoffe, man kann unsere Akzente sehen. Wir haben wieder Zeichen gesetzt, dass wir eine wichtige Rolle spielen.“

Die letzten beiden Partien in der Bundesliga stand Julia Zangerl (Jahrgang 2003) im Tor, auf insgesamt zehn ÖFB-Nationalspielerinnen (Widauer, Triendl, Kröll, Pittl, Plattner ...), die unter der Woche auch im Nationalen Zentrum für Frauenfußball in St. Pölten agieren, verweist Morass mit Stolz. Das zweite Team wird künftig in der neuen Future-League spielen, die wie früher die U21 bei den Herren am selben Spieltag gegen die Bundesliga-Farmteams der anderen Klubs zum Einsatz kommt. Sofern es mit zwei Damenteams weitergeht.

Bei den Ladies funktioniert auch die Zusammenarbeit mit dem Tiroler Fußballverband, den Blick in die landesweiten Ligen lässt Morass auch nicht aus: „Es gibt Spielerinnen wie Nathalie Gasser (SVI), die für uns interessant wären. Die Frage ist, ob sie den Sprung vom Hobby- in den Leistungsfußball schaffen.“