Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Olympia 2020

Mader mit neuem Schwung in Richtung der fünf Ringe

Die Tiroler Turnerin Jasmin Mader flog beim Weltcup in Koper zu einer Silbermedaille und will über Stuttgart dann 2020 in Tokio landen.

Jasmin Mader schnappte sich Weltcup-Silber.

© imagoJasmin Mader schnappte sich Weltcup-Silber.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Knapp sieben Monate war es her, dass Jasmin Mader ihren letzten Wettkampf geturnt hatte, die Weltmeisterschaften im Oktober in Doha. Am Wochenende kehrte sie beim Weltcup in Koper (SLO) mit Silber am Stufenbarren zurück – im doppelten Sinn: Vor fünf Jahren war die Tirolerin zuletzt auch Weltcup-Zweite gewesen. „Die Erwartungen waren nicht groß, ich wollte nur im Wettkampfmodus turnen“, gibt sie zu. Umso größer sei die Überraschung gewesen.

Die Pause war lediglich eine vermeintliche. Nach einer Fuß-Operation sei sie sofort wieder ins Training eingestiegen: „Es lief alles wie immer, nur eben ohne Wettkämpfe.“ Eines veränderte sich dennoch: Im Mai schloss die 26-Jährige ihr Modedesign-Studium ab. „Vielleicht turnt es sich ja als Bachelor leichter“, scherzt sie lächelnd.

Der Stellenwert des Erfolgs ist groß, doch messen sich bei der Turnierserie nicht ­immer die Weltbesten, die USA ­etwa verzichten auf Starts bei diesen World Challenge Cups (wie sie exakt heißen). „Der Stellenwert ist schwer ­einzuschätzen“, erklärt Mader, das Starterfeld sei jedenfalls international. Ihr gefalle vor allem das Format, „dass nicht wie sonst ein Mehrkampf geturnt wird, sondern jedes Gerät für sich“.

Der nächste Vergleich folgt ab Freitag beim Team-Challenger in Genf. Höhepunkt bleibt die WM im Herbst in Stuttgart und die damit verbundene Olympia-Qualifikation. Modedesign muss also warten? „Jein. Nur Turnen ist mir zu wenig. Ich brauche auch etwas für den Kopf“, gesteht Mader. Ein Praktikum schwebt ihr vor, sportlich-elegante Mode will sie machen, weniger Sportmode, also etwa Turnanzüge. „Aber zwischendurch nähe ich schon welche, so wie jetzt für unsere Mädchen bei den Jugendstaatsmeisterschaften.“ Mit „Jassis“ Anzügen hatten die Tirolerinnen am Wochenende in Klagenfurt eingeturnt und insgesamt acht Medaillen geholt. Gloria Mössmer (Jugend 3) fehlten nur 0,3 Punkte zum Sieg, Berta Schwaninger (J1) gar nur 0,05. Rebecca Appel (2.) und Rosa Schwaninger (3.) landeten einzig hinter Leni Bohle (Vbg.), dazu kamen dreimal Team-Silber und einmal -Bronze. Sechs zweite Plätze also, bei den Burschen sorgte Markus Lamparter (J3) für den siebten. Mader: „Das war wohl unser Silber-Wochenende.“