Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.06.2019


Bezirk Kitzbühel

Kunst fördert in Kitzbühel die Nachwuchssportler

Das Hahnenkamm-Plakat 2020 ist gekürt. Der Tiroler Künstler Reinhold Drugowitsch gestaltete ein reduziertes Motiv zum runden Jubiläum.

Insgesamt 150 Kinder betreut der KSC im Winter wie im Sommer.

© KSCInsgesamt 150 Kinder betreut der KSC im Winter wie im Sommer.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Der Sommer ist gerade in Höchstform und selbst am Hahnenkamm in Kitzbühel zeigt das Thermometer 25 Grad. Doch beim Kitzbüheler Skiclub denkt man schon jetzt an den Winter und das kommende Hahnenkammrennen. Zum 80. Mal werden die Stars des Skiweltcups von 21. bis 26. Jänner die Streif bezwingen.

Seit 1988 wird das offizielle Plakat zum Hahnenkammrennen von einem Künstler entworfen. Am Anfang war es noch der Kitzbüheler Künstler Ernst Insam. Seit 1990 wird dafür vom Kitzbüheler Skiclub (KSC) als Veranstalter und der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) ein Künstlerwettbewerb ausgetragen. Lange Zeit wurden dazu alljährlich fünf Tiroler Künstler eingeladen, ein Plakat einzureichen. Seit einigen Jahren ist der Wettbewerb international offen

Peter Kofler (l.), BTV und Michael Huber, KSC-Präsident und OK-Chef Hahnenkammrennen, präsentierten das neue Plakat.
Peter Kofler (l.), BTV und Michael Huber, KSC-Präsident und OK-Chef Hahnenkammrennen, präsentierten das neue Plakat.
- Harald Angerer

Gestern wurde nun am Starthaus der Streif das Plakat für das kommende 80. Hahnenkammrennen offiziell vorgestellt. Ingesamt wurden beim Wettbewerb 392 Plakate von 211 Künstlern aus der ganzen Welt eingereicht. Ein­e Jur­y hat dann den Sieger ausgewählt. „Die Plakate in den vergangenen Jahren waren gefällig. Aber wir haben beim Hahnenkammrennen einen gewissen sportlichen Anspruch, den wollten wir auch künstlerisch umgesetzt sehen“, schildert Michael Huber, KSC-Präsident. Das habe man in den vergangenen Jahren allerdings nicht geschafft.

Der Erlös aus dem Plakatverkauf kommt dem Nachwuchs zugute.
Der Erlös aus dem Plakatverkauf kommt dem Nachwuchs zugute.
- KSC

Als Sieger des heurigen Plakatwettbewerbs ging der 85-jährige Tiroler Künstler Reinhold Drugowitsch hervor, der krankheitsbedingt bei der Präsentation nicht dabei sein konnte. Seine Intention war es, mit wenigen Strichen das Wesentliche herauszuarbeiten. Im Zentrum des Plakats steht der Hahn, dazu das Wichtigste beim Skifahren, die Knie – dies könnten aber auch Skistöcke oder die Renn­strecke sein, lässt Drugowitsch hier Interpretationsspielraum. Das persönliche Leitmotiv des Künstlers für diese Arbeit: „Es kräht der Hahn, so kommt herbei, zu sehen, was zu gewinnen sei.“ Das Plakat 2020 wurde mit Linolschnitt ausgearbeitet.

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Das Plakat kann ab September 2019 erworben werden, der Reinerlös kommt schon traditionell der Kitzbüheler Wintersportjugend des KSC zugute. In den vergangenen Jahren waren das an die 12.000 Euro, die durch den Verkauf in die Kassen des KSC gespült wurden. Eine schöne Summe, aber nur ein Teil der Gelder, die vom Verein für die Nachwuchsförderung ausgegeben werden. Ingesamt wendet der KSC 370.000 Euro jährlich für die Nachwuchsförderung auf. Es werden 150 Kinder, Schüler und Jugendliche in allen olympischen Skidisziplinen vom Skirennlauf über Langlauf bis hin zu Biathlon, Sprunglauf und Ski-Freestyle betreut. Nicht weniger als 15 Trainer sind im Dienste des KSC unterwegs. Lediglich im Mai und Juni wird nicht trainiert, sonst das ganze Jahr über, wie Huber schildert. „Im Sommer trainieren wir sogar spartenübergreifend. Erst im Herbst beginnen wieder die Spezial-Trainings“, sagt der KSC-Präsident.