Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 15.07.2019


Tennis

Erler schrammte knapp am Turniersieg in Telfs vorbei

Tirols Tennis-Hoffnung Alexander Erler verpasste in Telfs den Turniersieg auf der neuen ITF-World-Tour. Kramsach (ab heute) lässt der 21-Jährige nach dem Eklat im Vorjahr aus.

Im Telfs-Finale unterlag der Kufsteiner Alexander Erler dem Schweizer Sandro Ehrat 4:6, 7:6 (6), 3:6.

© KristenIm Telfs-Finale unterlag der Kufsteiner Alexander Erler dem Schweizer Sandro Ehrat 4:6, 7:6 (6), 3:6.



Von Roman Stelzl

Telfs – Ägypten, Tunesien, Schweden, Tschechien, Türkei, Ungarn – so viele Turnier-Reisen heuer, und dann lag das Beste für Alexander Erler doch so nahe. In Telfs, eine gute Fahrstunde von der Heimat Kufstein entfernt, spielte der 21-Jährige sein erstes Finale auf der neu gegründeten ITF World Tennis Tour, die der Future-Serie nachfolgte. Eine starke Leistung, der gestern die Krönung aber verwehrt blieb: Erler musste sich dem topgesetzten Schweizer Sandro Ehrat trotz starker Leistung nach 2:46 Stunden 4:6, 7:6 (6), 3:6 geschlagen geben.

„Das war eine der besten Tennis-Wochen heuer. Leider hat es nicht ganz gereicht“, erklärte Onkel und Manager Markus Erler. „Alex kann zufrieden sein, er hat gut gespielt und muss sich nichts vorwerfen“, warf sein Trainer Daniel Huber, der Tirols große Tennis-Hoffnung gemeinsam mit Ex-Top-50-Spieler Andreas Haider-Maurer betreut, ein.

Dabei beeindruckte Erler schon am Samstag mit dem Viertelfinal-Erfolg nach drei abgewehrten Matchbällen gegen Tomas Machac (CZE), der als Weltranglisten-471. klar vor Erler (617.) lag. Es folgte ein starkes Halbfinale – und ein ebenso beeindruckender Auftritt im Endspiel. „Es waren ein paar blöde Fehler dabei in der entscheidenden Phase. Der Gegner war heut­e einfach zu gut“, ergänzte Huber zum 28-jährigen Schweizer, der sich nach fast vierjähriger Auszeit wieder zurückkämpfen will.

Apropos Ehrat: Der schien sich gestern in Telfs keine Freunde gemacht zu haben. „Er hat sich während dem Spiel mit den Fans angelegt, weil die in Telfs auf der Seite des Tiroler Spielers waren. In der Schweiz hätte es so etwas seiner Meinung nach nicht gegeben“, berichtete Markus Erler.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Demnach soll es auch bei der Preisverleihung einen kleinen Eklat gegeben haben. „Ehrat hat noch einmal erwähnt, dass das Publikum nicht fair war“, ergänzte Markus Erler. Und auch die Frage nach einer Rückkehr verneinte der Turniersieger erbittert mit einem „Nein“.

Ein kleiner Wermutstropfen für die Telfer, der aber ebenso wie die Regentropfen der vergangenen Woche schnell trocknete. „Wir sind mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden. Auch wenn das Wetter vielleicht nicht ganz mitgespielt hat, war es auch heuer wieder spielerisch ein hohes Niveau“, meinte Turnierorganisator Dietmar Härting. Den Umstieg bekam er mit seinem 15.000-Dollar-Turnier wenig zu spüren.

Ebenso wenig wie die Organisatoren in Kramsach, die ab heute (Qualifikation) den ITF-World-Tour-Reigen in Tirol fortsetzen. „Nur in der Qualifikation haben wir jetzt 32 statt 64 Spieler. Das ist schade, weil wir so vielen Talenten nicht die Chance geben können, ihr Können unter Beweis zu stellen“, erklärte Kramsach-Organisator Werner Auer. Nummer eins auf der Länd ist Telfs-Viertelfinalist Tomas Machac, bester Österreicher David Pichler.

Nicht dabei ist Alexander Erler, der damit quasi sein Heim-Turnier auslässt. Der Grund sind die Vorfälle im Vorjahr. „Alex hat nicht die besten Erinnerungen an Kramsach“, schmunzelt Trainer Huber. Kurzer Rückblick: Im Vorjahr zertrümmerte Erler einen Schläger und verließ den Tennisplatz. Die Konsequenz: 550 Dollar Strafe, Rückzahlung von 154 Dollar Preisgeld, Disqualifikation. „Eine blöde Geschichte, Alex ist bei uns immer willkommen“, ergänzte Werner Auer.

Nun heißt die nächste Station aber Wels. Dort ist Erler kommende Woche als Nummer eins des Turniers gesetzt. Und auch hier soll das Gute ganz nahe liegen.