Letztes Update am Do, 25.07.2019 10:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regionalliga Tirol

Drei Neue aus dem Oberland: Das Ziel lautet Klassenerhalt

Teil II der Regionalliga-Tirol-Vorschau: Drei der fünf Aufsteiger kommen aus dem Oberland. Das Ziel von Zirl, Telfs und Imst lautet allseits bescheiden Klassenerhalt.

Freut sich auf seine Offensivabteilung – Zirls Martin Hofbauer.

© BöhmFreut sich auf seine Offensivabteilung – Zirls Martin Hofbauer.



SVG Reichenau: Mit Spielmacher Patrick Steinkellner, Daniel Einkemmer (neuer Co-Trainer) oder Önder Nazli hat die Reichenau im Sommer jede Menge Routine verloren. Mit Michael Waldy (32) fehlt beim Auftakt gegen Schwaz am Freitag (18.30 Uhr) auch ein wichtiger Abwehrroutinier. Dafür hilft Alex Mader nach einer halbjährigen Auszeit seinem Herzensklub (kurzfristig) wieder aus.

„Wenn ich sehe, was bei den anderen Klubs los ist, könnte es schwer werden“, weiß Reichenau-Coach Gernot Glänzer, der mit Lukas Caria und Sebastian Pittl zwei hoffnungsvolle Akademie-Spieler begrüßen dürfte. Zudem wurde die Osttirol-Achse um Glänzer (geht in seine vierte SVR-Saison) und Verteidiger Hannes Wibmer mit Mario Kleinlercher erweitert. Der 26-jährige Angreifer zeigte in der Vorbereitung sein Potenzial. „Es ist schwer zu sagen, wo wir stehen. Aber die Mannschaft brennt darauf, sich zu beweisen“, ortet Glänzer in den eigenen Reihen viel Feuer. Eines, das Kapitän und Edelroutinier Matthias Hörtnagl zwischen den Pfosten schüren will. Der „Hörti“ ist ganz großer Rückhalt. (lex)

FC Wacker IBK II: Jung, jünger, FC Wacker Innsbruck II. Die Fohlen des Zweitligisten haben sich diese Bezeichnung mit Blick auf die Altersstruktur redlich verdient. Trotzdem traut Trainer Christian Stoff seiner Truppe durchaus etwas zu: „Die Frage ist, wie schnell wir uns adaptieren können.“ Gleich das erste Spiel am Freitag (19.30 Uhr) in Wörgl mutiert dabei zur Standortbestimmung: „Wir treffen gleich auf einen sehr erfahrenen Gegner, da werden wir gleich sehen, wo wir stehen.“

Ein Schlüsselrolle bei den Schwarzgrünen wird einer einnehmen, der auf 112 Zweitligaspiele zurückblicken kann: Armin Hamzic soll das Spiel lenken und ordnen. „Er ist mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld und füllt diese Rolle super aus“, fährt Stoff seinem 25-jährigen Anführer lobend übers Haupt. Mit Jeffrey Egbe führt Stoff einen weiteren Mann mit Profi-erfahrung in seinem Aufgebot. „Wir wollen die Klasse halten“, hat der letztjährige Meistertrainer von Wacker III ein klares und realistisches Ziel vor Augen. Das Fragezeichen bleibt die Jugend der Mannschaft. (t.w.)

FC Zirl: Aktuell weilt Martin Hofbauer jenseits des großen Teiches. „Meine Tochter Emm­a spielt bei einem wichtigen Nachwuchsturnier, da muss ich natürlich dabei sein“, meldet sich „Hofi“ aus den USA. Die Reise war vor seinem Engagement in Zirl fixiert worden: „Aber die Urlaubsplanung hat unsere Vorbereitung generell durcheinandergebracht.“ Sich selber nimmt der 54-Jährige nicht aus: „Aber wir müssen erst schauen, wo wir stehen.“

Neben anderen Neuzugängen (u. a. Ex-Profi Harry Pichler, Daniel Kraxner, Florian Ribis) sticht vor allem Ex-Wacker-Angreifer Julius Perstaller (Elversberg/GER) heraus. „Ein Super-Typ, und natürlich ein super Fußballer“, streut „Hofi“ seinem neuen Star Rosen. Das Zusammenspiel mit dem bisherigen Goalgetter Stefan Milenkovic mache Lust auf mehr: „Die beiden harmonieren wirklich gut miteinander, darauf können wir uns freuen.“

Das Saisonziel hält Hofbauer bewusst vage: „Wir wollen eine bestimmte Punktemarke so schnell wie möglich erreichen. Und dann schauen wir, wie viel Saison zu dem Zeitpunkt noch übrig ist.“ (a.m.)

SV Telfs: Alles neu macht der August in Telfs: neue Liga, neue Spieler – und nach der Ära Rott mit Stefan Höller auch ein neuer Trainer. „Das ist eine coole Herausforderung für den Verein“, freut sich Wahl-Telfer Höller über die neue Aufgabe. Die nicht nur Chancen, sondern auch Risiken birgt: „Mal schauen, wie sich die Mannschaft zusammenfindet.“ Telfs muss im Vergleich zu den Mitbewerbern kleinere Brötchen backen: „Das finde ich eine gesunde Einstellung.“ So wurde vonseiten der Vereinsführung vor allem darauf geachtet, Spieler aus der Region zu verpflichten. Neu im Kader der Säbelzahntiger sind unter anderem Florian Patterer, Danie­l Mittermair (beide Wattens) sowie Goalgetter Alex Schaber (Wörgl).

Mit arrivierten Kräften wie dem spielenden Co-Trainer Marcel Schreter oder Michael Augustin sollte für die in der Tiroler Liga zuletzt stets im Spitzenfeld agierenden Telfern einiges möglich sein: „Wir wollen frisch aufspielen.“ Klar ist aber auch, dass in der neuen Klasse die Trauben höher hängen: „Wir werden uns auch über Arbeitssiege freuen müssen.“ (a.m.)

SC Imst: Am Ende der abgelaufenen Saison plagten Imsts Trainer Sladjan Pejic Personalsorgen – Abgänge und Verletzungen dünnten den ohnehin kleinen Kader weiter aus. Vor Beginn der neuen Saison bietet sich ein völlig anderes Bild: „Wir haben sehr viele Top-Neuzugänge, schon im Training läuft alles auf einem höheren Niveau ab als im letzten Jahr.“

Allein der größere Kader habe positive Auswirkungen: „Der neue Konkurrenzkampf nimmt auch die Arrivierten mit.“ Zu den bereits vorhandenen Kräften (u. a. Schöpf, Gercaliu) gesellen sich weitere namhafte Zugänge: Tormann Emanuel Ponholzer („Ein Top-Mann“), Verteidiger Fabian Markl (Reichenau) und Flo Mark (Kematen) verstärken die Defensive. „Wir haben junge, hungrige Spieler geholt“, umreißt Pejic die Kaderplanung. Ausnahme: „Nussi (Dominique Nussbaum, Anm.) soll uns mit seiner Routine und Technik als Ballverteiler weiterhelfen.“

Nach einer überzeugenden Vorbereitung („Leider ohne starken Gegner“) sind die Ziele aber bescheiden: „Wir wollen vor allem mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“ (a.m.)