Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.07.2019


Handball

Hagleitner übernimmt

in Innsbruck das Zepter

Die Suche nach dem Nachfolger von Sebastià Salvat als Innsbruck-Trainer ist beendet: Handball-Urgestein Klaus Hagleitner wird neuer medalp-Coach.

So wie hier als HIT-Trainer 2004 will Klaus Hagleitner in Innsbruck erneut für Handball-Euphorie sorgen.

© gepaSo wie hier als HIT-Trainer 2004 will Klaus Hagleitner in Innsbruck erneut für Handball-Euphorie sorgen.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Er ist für viele die Tiroler Handball-Kompetenz in Person und hat schon zahlreiche Trainer kommen und gehen sehen. Jetzt will es Handball-Urgestein Klaus Hagleitner selbst noch einmal wissen. Der 55-jährige Tiroler wird in der kommenden Saison Trainer von medalp Innsbruck Handball Tirol in der italienischen Serie A2. Erstmals nach seiner Pfeife tanzen wird die Mannschaft beim offiziellen Trainingsauftakt am Montag (5. August).

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe“, sagt Hagleitner, der bisher Sportlicher Leiter bei den Innsbruckern war, und lobt auch seinen Vorgänger. „Sebastià Salvat hat in Tirol sehr viel bewegt, seine Handschrift war bei der Mannschaft klar erkennbar.“ Während der Katalane Salvat als Assistenztrainer beim weißrussischen Spitzenklub HC Meshkov Brest sein Glück versucht, will Hagleitner den Tiroler Weg weiterführen.

„Mein Ziel ist es, die Spieler individuell auszubilden und den ein oder anderen an die HLA-Mannschaft in Schwaz heranzuführen“, skizzierte Hagleitner seinen Plan. In Innsbruck kann er dabei aus einem Talente-Pool (Johannes Demmerer, Emanuel Petrusic, Thomas Wörgötter ...) schöpfen und will auch die Jüngsten (Jahrgang 2003) fördern. Nach dem Vize-Meistertitel in der Serie A2 setzt Hagleitner vor allem auf die Entwicklung seiner Mannschaft. „Das ist unser oberstes Ziel!“ Neben Tormann-Routinier Thomas Heiss kommt vor allem Simon Lechner als Spieler und Co-Trainer eine wichtige Aufgabe zu.

Hagleitners Stärke ist die Erfahrung: Er blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Spieler zurück und war in den 1990er-Jahren als Linkshänder und Rückraumspieler sehr gefragt. 2001 übernahm er schon einmal das Traineramt bei Aufsteiger HIT Innsbruck und schaffte den Klassenerhalt. 2002 platzte im Pokalfinale (Niederlage gegen Bregenz um ein Tor) der Traum vom ersten Cup-Erfolg. Im Europacup zog Innsbruck ein Traumlos und traf auf Titelverteidiger Ciudad Real (ESP) mit dem Welthandballer Talant Dujshebaev. Nach seiner Zeit als Chefcoach trainierte er diverse Tiroler Auswahl-Mannschaften und fungierte zudem als Jugendkoordinator. Nun übernimmt der Vize-Obmann von HIT und langjährige Sportliche Leiter in Innsbruck wieder selbst das Zepter.

Tirols Handballpräsident Thomas Czermin zeigt sich über den „Neuen“ auf der Trainerbank erfreut, denn Hagleitner sei „der Trainer schlechthin in Tirol“ und die absolute Wunsch-Lösung. „Er war selbst ein genialer Spieler und versteht den Sport. Das zeigte er kürzlich wieder als Fortbildungsreferent.“

Bereits voll im Training steht indes die Mannschaft von Sparkasse Schwaz Handball Tirol. Trainer Frank Bergemann durfte sich kürzlich über einen 27:23-Testspielsieg gegen HT München (Bayernliga) freuen. Am 10. August folgt ein weiterer Test im Paulinum gegen Italien-Meister Bozen. Spusu-Liga-Saisonstart ist am 31. August.