Letztes Update am Di, 30.07.2019 12:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kitz-Großevents

Hotspot Kitzbühel: Alles steht im Zeichen der Gams

Ob „G“ wie Gabalier oder Garanca, ob „T“ wie Thiem oder „F“ wie Feuz – in Kitzbühel sind sie alle zuhause: Künstler wie Sportler. Die Stadt kann alles und gönnt sich mittlerweile auch keine saisonale Auszeit mehr.

Im Vorjahr wurde bei der 74. Auflage des Kitzbüheler Tennisturniers erstmals die 50.000-Zuschauer-Marke geknackt. Das wird angesichts der Wetterprognosen heuer zwar nicht einfach, aber die Begeisterung blieb.

© gepaIm Vorjahr wurde bei der 74. Auflage des Kitzbüheler Tennisturniers erstmals die 50.000-Zuschauer-Marke geknackt. Das wird angesichts der Wetterprognosen heuer zwar nicht einfach, aber die Begeisterung blieb.



Von Florian Madl und Roman Stelzl

Kitzbühel – „Klassik in den Alpen“ (Elina Garanca) und „Klassiker in den Alpen“ (Hahnenkammrennen): In Kitzbühel ist für beides Platz. Und auch für Sandplatz-Tennis, wie es derzeit geboten wird. Gams oder gar nicht, heißt es. Denn wie beim Ski-Weltcup im Winter wird im Sommer eine künstlerische Darstellung des Paarhufers als Trophäe überreicht. Im vergangenen Jahr registrierte man beim städtischen Tennisclub über 50.000 Besucher (8,5 Mio. Euro Wertschöpfung), was besonders Signe Reisch, Obfrau des Tourismusverbands Kitzbühel, freut: „Beim Generali Open stimmt für uns aus touristischer Sicht nicht nur die Wertschöpfung, sondern auch die Zahl der Übernachtungen.“

Das Besondere an den touristischen Gradmessern, die von der Fachhochschule Kufstein erhoben wurden: Drei Viertel der Gäste kommen des Turniers wegen, 80 Prozent nächtigen zudem in kommerziellen Betrieben.

Wenn „VolksRock ’n’ Roller“ Andreas Gabalier ruft, versammeln sich 7000 Fans im Tennisstadion zum gemeinsamen Mitsingen.
Wenn „VolksRock ’n’ Roller“ Andreas Gabalier ruft, versammeln sich 7000 Fans im Tennisstadion zum gemeinsamen Mitsingen.
- APA

Um den Winter, wo sich die Zahl der Rennzuschauer allein in der Hahnenkammwoche zwischen 80.000 und 90.000 einpendelt, muss man sich in Kitzbühel ohnehin kein­e Sorgen machen. Aber allein dabei will es die Stadt nicht belassen: hier Ski und Tennis, dazu nicht zuletzt Rad (Österreich-Radrundfahrt) und Triathlon, dort die lettische Mezzo­sopranistin Elina Garancva, aber auch Andrea­s Gabalier. Über den Daumen gepeilt 20 Events jährlich – von einigen hundert Beteiligten und Zuschauern bis hin zu den Publikumsmagneten – werden von der Gemeinde unterstützt. So gliederte sich auch der noch junge „Gamstrail“ passend ins Portfoli­o ein.

„Wir wollen uns den Trends nicht verschließen“, erläutert Winkler, der die Unterstützung nicht nur auf finanziell­e Mittel (300.000 Euro/Jahr) reduziert, sondern auch mit Sachleistungen (Bauhof etc.) die Durchführung ermöglicht. Sein Credo: „Die öffentliche Hand darf nicht zur Melkkuh für Events werden.“

Die Hahnenkammrennen bleiben das Zugpferd der Kitzbüheler Touristiker.
Die Hahnenkammrennen bleiben das Zugpferd der Kitzbüheler Touristiker.
- APA

Die Promi-Dichte ist zumeist eine hohe, vor allem im Winter muss der selbstdefinierte Alpin-Höhepunkt niemals um die Anwesenheit von Hollywood-Stars oder Fußballprofis bangen: Zwischen Arnold Schwarzenegger und David Alaba tummeln sich auch allerhand Leute aus Vorabend-Serien oder Casting-Shows, was den Reiz auch nach dem letzten Rennläufer hoch hält. „Der Sport muss immer im Vordergrund bleiben“, predigt Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Ski-Clubs, alljährlich. Und tatsächlich war es bislang immer so, dass es im Nachspann der mittlerweile 79 Hahnenkammrennen um Sport ging.

Kitzbühel scheint seine Events quer durch alle Jahreszeiten gefunden zu haben, die Nächtigungszahlen der vergangenen Jahr­e bestätigen das. Allein im Vorjahr wurden 830.000 Nächtigungen ausgewiesen, davon entfallen in der traditionsreichen Wintersportdestination 43,1 Prozent auf den Sommer. Längst steht also nicht mehr alles im Schatten des so mächtigen Skisports, Balance ist das Schlagwort der Kitzbüheler. „Wir versuchen, ein Gleichgewicht zu schaffen und die Kultur nicht zu kurz kommen zu lassen“, meint Bürgermeister Klaus Winkler zur Auswahl.