Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.08.2019


Radsport

Eine EM ganz nach dem Geschmack Schweinbergers

Kathrin und Christina Schweinberger greifen bei der EM in Alkmaar an. Ein perfekter Kurs für Kathrin, weil die Strecke so anders ist als in Tirol.

Die Radrennfahrerin Kathrin Schweinberger (vorne) und ihre Zwillingsschwester Christina (2.) treten bei der Europameisterschaft in Alkmaar mit hohen Zielen an.

© Ameye LindseyDie Radrennfahrerin Kathrin Schweinberger (vorne) und ihre Zwillingsschwester Christina (2.) treten bei der Europameisterschaft in Alkmaar mit hohen Zielen an.



Von Susann Frank

Alkmaar — Dieses Mal gab es keine Enttäuschung: Sowohl Kathrin Schweinberger als auch ihre Zwillingsschwester Christina wurden für die morgen beginnende Straßenrad-EM in Alkmaar nominiert. Im vergangenen Jahr war Kathrin Schweinberger vom Österreichischen Radsport-Verband für die Heim-WM in Innsbruck nicht berücksichtigt worden. Das traf die 22-Jährige jedoch nur für einen kurzen Moment. Die Jenbacherin wusste schließlich, dass das hüglige beziehungsweise bergige Rennen bei den Titelkämpfen nicht ihren Stärken entsprach.

Deswegen hatte sich die Sprinterin sofort ihren neuen Zielen zugewandt. Eines davon war die EM in der niederländischen Stadt: „Das ist mein Saisonhighlight", erklärte sie: „Dort ist es flach. Wir fahren einen Stadtkurs und es ist etwas windig. Das liegt mir." Und eben deswegen möchte sie mit einem Top-Ten-Platz das Eliterennen am Samstag beenden. „Damit wäre ich voll zufrieden."

Die Erfolge zuletzt geben der Fahrerin des belgischen Profiteams „Health Mate" Selbstvertrauen. Am Wochenende landete sie bei einem 1.2-UCI-Rennen auf dem achten Platz. „Es war eine gute Generalprobe, zumal der Kurs ähnlich dem bei der EM war", resümierte Schweinberger.

Zuvor bestätigten ein elfter Platz bei den Europaspielen in Minsk, zwei Podestplätze bei UCI-Rennen und der Doppel-Sieg vor Schwester Christina beim Innenstadtkriterium in Wels ihre aufsteigende Form. Dass Christina bei der EM als Helferin fungiert, gibt zusätzliche Trittkraft.

Ob es die beim selben Team tätige Zwillingsschwester nicht störe, als Helferin meist in ihrem Schatten zu stehen, obwohl sie doch ihren Windschatten nütze? „Sie ist nicht so explosiv wie ich und ihr liegen mehr die hügeligen Kurse. Deswegen, wenn sie die Helferrolle gut ausfüllt, ist sie auch voll zufrieden", erklärte die zwanzig Minuten ältere Schwester.

Am Donnerstag reisen sie von ihrem belgischen Wahl-Wohnort Antwerpen ins 200 km entfernte Alkmaar. Dort treffen sie auf die dritte vom Österreichischen Rad-Sportverband nominierte Fahrerin Sarah Rijkes (NÖ), um bei der EM gemeinsam richtig Gas zu geben.