Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.08.2019


Tennis

Profi über Umwege? Huber schlägt in den USA auf

Einst war er Österreichs größtes Nachwuchs-Talent im Tennis, nun will sich der Tiroler Gabriel Huber (19) den Profi-Traum beim Studium in Wisconsin erfüllen.

Gabriel Huber wechselt die Seiten: Der 19-jährige Tiroler will mit dem Stipendium an einem US-College am Profi-Traum arbeiten.

© gepaGabriel Huber wechselt die Seiten: Der 19-jährige Tiroler will mit dem Stipendium an einem US-College am Profi-Traum arbeiten.



Von Roman Stelzl

Wisconsin – Der Tennisball, um den sich Gabriel Hubers Leben dreht, hat einen weiten Flug vor sich: Fast 7400 Kilometer entfernt landet die Filzkugel für den Tiroler über dem Großen Teich im US-Bundesstaat Wisconsin. Das Training bei Günter Bresnik und Wolfgang Thiem in der Südstadt ist Geschichte – nun beginnt für das 19-jährige Riesentalent aus Münster im September ein neuer Lebensabschnitt: Huber erhielt von der University of Wisconsin ein Stipendium und schlägt für die „Wisconsin Athletics“ auf.

„Ich habe mich für Wisconsin entschieden, weil ich professionell Tennis spielen und gleichzeitig jedoch nicht auf eine akademische Ausbildung verzichten wollte“, erklärte Huber, Österreichs langjähriger Spitzenspieler im Jugend-Bereich sowie ehemals Europas Nummer sechs im U16-Bereich. Die Ausbildung (Business-Studiu­m) steht ganz klar im Vordergrund – und dennoch ist der Traum vom Tennis-Leben ganz und gar nicht begraben. „Mein Ziel ist weiterhin eine Profi-Karriere. Das Training hier ist höchstprofessionell, die Voraussetzungen sind gegeben, um Profi zu werden“, sagt der 1,83 Meter große Spieler und ergänzt ehrgeizig: „Da ich wusste, wie ich meine Zukunft geplant habe, und ich überzeugt davon war, fiel es mir nicht so schwer.“

Sein Ex-Coach Wolfgang Thiem, Vater von Tennis-Star Dominic Thiem, zweifelt da schon mehr. „Gabriel hat es sich selbst nicht zugetraut, Profi zu werden. Wenn du es nicht zu 100 Prozent machst, dann ist es gescheiter, wenn du es lässt“, sagt Thiem. Huber habe mehr Wert auf Schul­e als auf Tennis gelegt: „Gabriel war mit wenig Aufwand sehr früh sehr gut. Ein Spieler mit seinem Niveau bekommt sicher einen guten College-Platz. Vielleicht geht ihm dort der Knopf auf.“

Nach dem Kolsasser Matthias Haim, der ebenfalls einen US-College-Platz anstrebt, wandert damit die nächste Tiroler Hoffnung auf neuen Pfaden. Auch die sind erlaubt, solange es am Ende heißt: Gam­e, Set and Match, Huber.