Letztes Update am Mi, 14.08.2019 11:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwimmen

Kein Olympia-Traum für Alexander Knabl in Tirol

Schwimmer Alexander Knabl kehrt aus Linz zurück – mit Tränen in den Augen.

Die Tiroler Schwimm-Hoffnung Alexander Knabl ist am Sprung zurück nach Innsbruck.

© gepaDie Tiroler Schwimm-Hoffnung Alexander Knabl ist am Sprung zurück nach Innsbruck.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Es war nicht das Wasser des Tivoli-Beckens, das sich in seinen Augen erkennen ließ: Alexander Knab­l gab sich sichtlich bewegt, als er unlängst bei den Österreichischen Meisterschaften in Innsbruck sein letztes Rennen für den ASV Linz schwamm. „Es geht leider nicht anders, ich muss und möchte auch an meine berufliche Zukunft denken“, sagt der 24-Jährige.

Vor zwei Jahren war er nach Oberösterreich gewechselt – wegen der besseren Trainingsbedingungen. „In Tirol wird es keinen Traum von Olympischen Spielen geben“, wiederholt Knabl auch heut­e. Es werde hervorragende Arbeit im Nachwuchs geleistet, Tirols junge Schwimmer seien auch die besten in Österreich, aber profimäßig zu trainieren, sei in Innsbruck nicht möglich. „Das läuft in Linz oder Wien einfach anders und die haben das Rad ja auch nicht neu erfunden“, wundert sich der Pfaffenhofener nach wie vor über die Unterschiede. Ein drei Monate geschlossenes Landessportcenter etwa, zu wenige Bahnen für den Hochleistungssport, fehlender Zugang zum USI-Bad, freier Zugang zu einer Kraftkammer, kein Profi-Trainer und die 50-m-Halle fehl­e natürlich auch, bemängelt er: „Aber keiner zieht gern weg, um 14-mal pro Woche woanders zu trainieren.“

Knabl, 2017 erster Tiroler unter 22 Sekunden über 50 m Kraul und EM-Starter, kehrt nun doch zurück. Nach der Nichtverlängerung beim Heeressport bleibe ihm nichts anderes übrig: „Jeder von uns Schwimmern weiß, dass er irgendwann einen richtigen Job machen muss.“ Ab Oktober will er in Innsbruck Wirtschaftsrecht studieren. Die Sportkarriere soll trotzdem weitergehen – vielleicht mit der Kurzbahn-EM im Dezember (auf 50 m Kraul fehlen 0,01 Sek.), und jedenfalls wieder beim TWV: „Das war 14 Jahre meine Heimat. Da gibt es kein­e Alternative.“ Darauf freut sich Knabl, selbst wenn er sich mehr Zusammen­arbeit zwischen den Klubs und ein Leistungszentrum wünschen würde. Vor allem, weil Idealismu­s von vielen darin stecke: „In Österreich trainiert kein Schwimmer, um Geld zu verdienen, sondern weil er den Sport einfach liebt.“