Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.08.2019


Radsport

51. Radweltpokal in St. Johann: Von Oldtimern und E-Bikes

Zum 51. Mal umkreisen ab Samstag wieder Radrennfahrer St. Johann – 2000 Starter werden erwartet. Die Zeit ist über die Jahre hinweg aber nicht stehen geblieben.

Kreisverkehr beim Radweltpokal: St. Johann, Schwendt, Kössen, Erpfendorf und wieder St. Johann.

© Steinbach PhotographieKreisverkehr beim Radweltpokal: St. Johann, Schwendt, Kössen, Erpfendorf und wieder St. Johann.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Es geht wieder los. Ab Samstag (13 Uhr) rollen Radfahrer aus 50 verschiedenen Ländern im Rennmodus rund um St. Johann. Selbst für ältere Modelle – sowohl Fahrer also auch Räder – gibt es eigene Bewerbe: etwa auch die so genannte Vintage-WM. Im Vorjahr, anlässlich des 50-jährigen Bestehens, fand die Premiere statt, heuer wird zum Auftakt sogar der Weltmeister auf einem Rad, das älter als 30 Jahre sein muss, gekürt. Am Sonntag wird mit den „Zweirad-Oldtimern“ zudem gemeinsam ausgefahren – gemütlich mit Tiroler Schmankerln unterwegs.

„In Italien ist das bereits groß in Mode. Es sind beispielsweise keine Clips erlaubt und alte Trikots, etwa aus Wolle, sind ebenso Pflicht wie der Schalthebel am Unterrohr“, sagt Organisator Harald Baumann und schmunzelt, wenn er zugleich an die Anfänge des Radweltpokals vor 51 Jahren mit 120 Startern denkt: „Einzig beim Helm gibt es kein ‚Zurück‘ mehr. Schildkappen sind nicht erlaubt.“ Über die Jahre hinweg hat sich der Radweltpokal verändert. Die Bewerbe dauern längst eine Woche. Am Samstag fällt der erste Startschuss – bis einschließlich Montag werden insgesamt 40 Straßenrennen (Nachwuchs bis Senioren) ausgetragen, inklusive Tiroler Meisterschaften der Frauen. Am Dienstag steigen die Airport-Rennen (Sprint), am Nachmittag geht es auf den Pointenhof (16 Prozent Steigung). Mittwochs beginnt die Masters-WM mit dem Einzelzeitfahren (inklusive Tiroler Meisterschaften), bis zum Samstag folgen noch die WM-Straßenrennen. „Die Gäste können also in einer Woche drei Rennen fahren, maximal sogar fünf“, beschreibt Baumann, was die Anziehungskraft ausmache. Eine Besonderheit bleibt auch, dass die Altersklassen in Fünf-Jahres-Schritten eingeteilt sind – im Gegensatz zu vielen anderen Rennen. „Das schätzen unsere Fahrer sehr. Es sind keine Marathonbewerbe, bei denen die Jüngeren vorne wegziehen, sondern jeder kann sich mit seinesgleichen messen“, spricht der Organisator vom so beliebten „Kampf Mann gegen Mann“.

Was die Zukunft an neuen Bewerben bringt, da hält sich Baumann zurück. Vieles gelte es erst abzuwarten, ein Rennen mit E-Bikes etwa sei heute noch nicht möglich: „Die Leistungsstärken dieser Räder sind extremst unterschiedlich. Um sich zu vergleichen, bräuchte es aber eine Vereinheitlichung.“

Erfahrungen mit E-Bikes hat man in St. Johann aber bereits gemacht. Im Vorjahr wurde ein Senior erwischt, der einen E-Motor im Rahmen eingebaut und diesen per Knopfdruck zur schnelleren Fortbewegung genutzt hatte. „Heute muss jedes Rad genau kontrolliert werden. Auf dem Weg zum Start muss jeder Fahrer durch einen Korridor“, erklärt Baumann das Prozedere, um einen fairen Wettkampf zu garantieren.

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Auf gegenseitigen Respekt hofft Baumann auch, wenn es etwa um die Straßensperren oder auftretende Verzögerungen rund um St. Johann geht, immerhin betrifft es die Sicherheit aller: „Ich hoffe, man hat sich langsam an die Rennen gewöhnt.“