Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.08.2019


Judo

Zur Ablenkung hilft nur das beste Sushi von Tokio

Die Tirolerinnen Bernadette Graf und Kathrin Unterwurzacher sind trotz Aus für Bundestrainer Marko Spittka für die Judo-WM gewappnet.

Die Innsbruckerin Kathrin Unterwurzacher (bis 63 kg) braucht dringend Punkte für die Olympia-Qualifikation.

© gepaDie Innsbruckerin Kathrin Unterwurzacher (bis 63 kg) braucht dringend Punkte für die Olympia-Qualifikation.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Den 1. August 2019 werden Bernadette Graf und Kathrin Unterwurzacher ihr Leben lang nicht vergessen. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf die Tirolerinnen die Botschaft, dass Marko Spittka wegen „Unstimmigkeiten“ als Damen-Bundestrainer des Österreichischen Judoverbandes (ÖJV) seinen Hut nehmen musste.

Zwölf Jahre lang hatten die 27-jährigen Tirolerinnen mit dem Deutschen, der 1996 selbst Olympia-Bronze geholt hatte, zusammengearbeitet. „Gemeinsam sind wir durch dick und dünn gegangen und egal ob Sieg oder Niederlage, du bist immer hinter mir gestanden und ich konnte jederzeit auf dich zählen“, schrieb die Innsbruckerin Unterwurzacher auf ihrer Facebook-Seite. „Für mich bist und bleibst du der beste Trainer, ein guter Freund und niemand kann dich ersetzen!“

Auch die Tulferin Graf verdankt Spittka viel. „Menschlich hat es immer sehr gut gepasst. Der Zeitpunkt der Trennung ist sehr ungünstig.“ Die Judo-Kämpferinnen wurden kurz vor Beginn der WM (ab Sonntag) in Tokio aus ihrer Vorbereitung gerissen. Damit stehen die Damen ein Jahr vor den Sommerspielen 2020 ohne Trainer da.

Von einer ruhigen WM-Vobereitung könne keine Rede mehr sein, heißt es aus Insider-Kreisen. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, wurde die Verbands-Pressekonferenz, die vergangene Woche hätte stattfinden sollen, abgesagt. Die Tirolerinnen wollen fokussiert bleiben. Beide sind bereits nach Japan gereist und genießen das Flair in ihrer Lieblingsstadt Tokio. In der Neun-Millionen-Metropole findet sich das Duo gut zurecht, den Weg von der Unterkunft in die Judo-Halle kennen sie dank vieler Trainingsaufenthalte in- und auswendig. Ablenkung finden sie beim Essen. „Wir wissen, wo es das beste Sushi der Stadt gibt“, erzählt Graf mit einem Lächeln.

Für Unterwurzacher (bis 63 kg) wird es am 28. August ernst: Die Olympia-Siebente von Rio 2016 liegt nach langer Verletzungspause (Kreuzband­riss) derzeit noch nicht auf Olympia-Kurs und braucht bei der WM gute Ergebnisse wie einen Bissen Brot. „Natürlich ist mein Ziel eine Medaille, aber realistisch betrachtet bin ich noch nicht da, wo ich vor der Verletzung war.“ Mit Magdalena Krssakova sitzt ihr zudem eine team-interne Konkurrentin im Kampf ums Olympia-Ticket im Nacken.

Etwas weniger Druck lastet auf den Schultern von Bernadette Graf (bis 78 kg), die als Weltranglisten 19. derzeit für Olympia 2020 qualifiziert wäre – wenn nur nicht der Rücken für Probleme sorgen würde. Aus diesem Grund war die Olympia-Fünfte bei Bayern-Teamarzt Müller-Wohlfahrt in Behandlung. „Jetzt kann ich voll angreifen!“


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