Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 26.08.2019


Regionalliga Tirol

Urgestein Schwaighofer zog in Kufstein die Notbremse

Nach 13 Jahren kehrt Urgestein Friedl Schwaighofer dem FC Kufstein den Rücken: Die sportliche Krise des FCK zieht offenbar weite Kreise.

Sportlich läuft es für Patrick Schönauer und Co. nicht nach Wunsch, jetzt gibt es noch Störfeuer abseits des Platzes.

© gepaSportlich läuft es für Patrick Schönauer und Co. nicht nach Wunsch, jetzt gibt es noch Störfeuer abseits des Platzes.



Von Tobias Waidhofer

Kufstein – Nicht nur auf seiner privaten, sondern auch auf der offiziellen Facebook-Seite des FC Kufstein ließ Friedl Schwaighofer, 13 Jahre lang die gute Seele beim FCK, die Bombe platzen: „Nach nicht mehr reparierbaren Zerwürfnissen mit Trainer Ognjen Zaric gebe ich bekannt, dass ich mit heutigem Tag alle administrativen Tätigkeiten für den FC Kufstein einstelle und auch keine Medienarbeit mehr durchführe“, stand da geschrieben.

Er lasse sich nicht zensurieren, erklärte Schwaighofer gestern. Einige Formulierungen des 62-Jährigen in der Kufsteiner Stadionzeitung (u. a. „Trainer haben in Kufstein schon bessere Zeiten nicht überlebt“) sollen das Fass am Wochenende zum Überlaufen gebracht haben. Vor dem Anpfiff am Freitag gegen Telfs (2:2) adressierte Trainer Zaric daraufhin eine E-Mail an das FCK-Präsidium und Schwaighofer. „Darin hat er mir verboten, die mir zugeteilte Arbeit zu verrichten. Das ist eine Kompetenzüberschreitung, die ich mir nicht gefallen lasse“, erklärte das Vereinsurgestein, das in der Folge seinen Rückzug bekannt gab. Trainer Zaric wollte nicht mehr viele Worte verlieren: „Grundsätzlich ist es guter Stil, wenn man solche Dinge nicht in die Öffentlichkeit bringt. Ich werde diesen guten Stil beibehalten.“

Dass die laut Eigendefinition „authentische und objektive Berichterstattung“ Schwaighofers schon dem einen oder anderen Vorgänger Zarics sauer aufgestoßen war, ist in Kufstein bekannt. Bisher ließen sich die Dinge aber stets intern regeln, das gelang diesmal nicht mehr. Wahrscheinlich auch, weil die Nerven in der Festungsstadt nach einem Fehlstart ziemlich blank liegen. Der Konflikt soll sich aber nicht nur zwischen Zaric und Schwaighofer abgespielt haben. Auch der eine oder andere Spieler hätte sich dem Vernehmen nach beschwert.

„Es kommt halt vor, dass es Auffassungsunterschiede gibt“, will Präsident Hannes Rauch kein großes Fass aufmachen. „Ich kann mich nur beim Friedl bedanken, er hat lange Jahre viel für den Verein geleistet. Wir werden uns bei einem Kaffee aussprechen.“ Ein Treffen, das auch Schwaighofer bestätigt. Der FCK gleicht aktuell einer Baustelle.