Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.08.2019


Bezirk Kitzbühel

Kampfsport-Weltmeister trainiert in Tirol für Titelverteidigung

Boro Jovanovic lebt mit seiner Familie in Hochfilzen. Vor einem Jahr wurde er dreifacher Weltmeister in Martial-Arts-Kämpfen.

Jovanovic zeigt stolz seine drei WM-Gürtel (linkes Bild). In Ebbs (rechtes Bild) trainiert der Hochfilzener oft und intensiv.

© Jovanovic zeigt stolz seine drei WM-Gürtel (linkes Bild). In Ebbs (rechtes Bild) trainiert der Hochfilzener oft und intensiv.



Von Alex Gogl

Hochfilzen – Von der Öffentlichkeit nur wenig beachtet lebt der erfolgreiche Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Boro Jovanovic mit seiner Familie zurückgezogen am Waldrand in Hochfilzen.

Doch er selbst ist es, der diese Ruhe möchte. Den nötigen Ausgleich zu seinem Beruf als Lkw-Fahrer bringen ihm Spaziergänge, Wald- und Bergläufe sowie sein Hund. Er ist froh, seine Ausdauer in der Natur trainieren zu können. Doch bald ist es wieder vorbei mit der Ruhe, mit dem Seele-baumeln-Lassen, denn die Vorbereitung zur Titelverteidigung steht an.

Jovanovic ist dreifacher amtierender Europameister und seit der Weltmeisterschaft 2018 in Argentinien (Buenos Aires) dreifacher Weltmeister sowie fünffacher Vizeweltmeister. In den Disziplinen MMA (Mixed Martial Arts), „Thai-light“ und „K1 – lowkick“ konnte der privat sehr introvertierte Sportler jeweils den Finalkampf im Mittelschwergewicht für sich entscheiden.

Die Besonderheit erklärt er selbst: „Ich kämpfe normal eine Gewichtsklasse darunter, war jedoch bei der Gewichtskontrolle um 2,5 Kilogramm zu schwer.“ Umso höher sind seine Erfolge einzuschätzen.

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Die Kämpfe finden in einem „Octagon“ statt, einer käfigartigen Wettkampfstätte. Sie werden entschieden durch K. o. oder nach fünf Runden mit jeweils fünf Minuten Dauer durch einen Punkterichterentscheid. Über alle Disziplinen gesehen hat der im Kaiser-Gym Tirol in Ebbs mit Trainer Harry Hager trainierende Kampfsportler einen Kampfrekord von nur vier Niederlagen bei 40 Kämpfen.

Da Jovanovic kein Profi ist und seiner täglichen Arbeit nachgeht, kann er trotz seiner vielen Erfolge von dieser Randsportart in Österreich finanziell nicht leben. So musste er zum Beispiel als Mitglied des österreichischen Nationalteams den Flug zur Weltmeisterschaft nach Argentinien selbst bezahlen. Nur mit Hilfe seiner Sponsoren ist es ihm gelungen, in Argentinien überhaupt antreten zu können.

Das Thema Heeressport (Wiener Neustadt) hat Jovanovic wegen des Hausbaus und der Familie allerindgs bereits ad acta gelegt.

Jetzt möchte er sich noch einmal gewissenhaft und intensiv auf die Titelverteidigungen 2020 in Ägypten (Kairo) vorbereiten und dann seine Erfahrungen und sein Wissen an junge Sportler weitergeben. Vor allem aber will er sich um seine 15-jährige Tochter Melisa kümmern, die wie ihr Vater in seinen jungen Jahren eine bereits sehr erfolgreiche Sportlerin im Taekwondo ist. Melisa ist bereits Mitglied im Leistungszentrum in Innsbruck und hat schon international Turniersiege gefeiert.

Vor allem der familiäre Zusammenhalt und die Liebe zur Natur scheint diese beiden Ausnahmesportler zu stärken.