Letztes Update am Mo, 02.09.2019 07:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ötztaler Radmarathon

Drei Lebensjahre für einen Rekord: Nothegger siegte beim Ötztaler

Mit der Fabelzeit von 6:47:02,3 Stunden sorgte der 40-jährige Vorarlberger Mathias Nothegger für die Sternstunde beim Ötztaler Radmarathon. Tirols Mountainbike-Weltmeister Alban Lakata wurde Vierter.

Mathias Nothegger wiederholte seinen Sieg, triumphierte auch bei der 39. Auflage des Ötztalers.

© Ötztal TourismusMathias Nothegger wiederholte seinen Sieg, triumphierte auch bei der 39. Auflage des Ötztalers.



Von Roman Stelzl

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Sölden — Dass der Sieger des Ötztaler Radmarathons fast so alt ist wie die Veranstaltung selbst, war am Sonntag kurz nach Mittag in Sölden nicht mehr ganz so klar. „Ich habe heuer sicher drei Lebensjahre eingebüßt. Ich weiß nicht, ob ich noch 50 Jahre alt werde", sagte der Vorarlberger Mathias Nothegger, laut Geburtsurkunde 40 Jahre alt und Gewinner der 39. Auflage des 238 Kilometer langen Rad-Klassikers über vier Alpenpässe und 5500 Höhenmeter.

Und vielleicht kam dieses Gefühl daher, dass sich Nothegger bei seinem zweiten Ötztaler-Sieg die Seele aus dem Leib radelte. In 6:47:02,3 Stunden knallte er eine neue Fabelzeit auf die Strecke. Noch nie war ein Radsportler schneller gefahren — und bei diesen Wattzahlen konnte es gut und gerne sein, dass ein bisschen Lebenszeit im Tausch gegen die Fahrzeit auf der Strecke blieb.

Tausende Radsportler traten auch heuer wieder beim Ötztaler Rad-Marathon in die Pedale.
Tausende Radsportler traten auch heuer wieder beim Ötztaler Rad-Marathon in die Pedale.
- Ötztal Tourismus/Skarwan

„Das war die beste Besetzung, die es jemals beim Ötztaler gab. Daher macht mich dieser Sieg heute besonders stolz", meinte Nothegger, der die Italiener Mattia De Marchi und Tommaso Elettrico auf die Ränge verwies.

Auf dem vierten Platz tauchte dann schon ein Mann auf, der sich auf dem Mountainbike mit drei Weltmeistertiteln Kultstatus erradelt hat. Der Lienzer Alban Lakat­a, der seinen späten Traum vom Rad-Profi-Dasein begraben musste, verfehlte das Podest erst im Zielsprint. Für den Marathon-Weltmeister war es die Ötzi-Premiere. „Es lief sehr gut, mit meiner Premiere bin ich sehr zufrieden. Das hat heute Lust auf mehr gemacht", meinte der 40-Jährige, der sich auch schon bereits ehrgeizig Hoffnungen auf den ersten Sieg machte. Die waren auch vollkommen berechtigt, fehlten am Ende doch nur sieben Minuten.

Der Grund, dass es am Ende nicht reichte, war, wie schon von Nothegger erwähnt, die stark­e Besetzung. Da musste sich auch der Niederländer und Wahl-Kärntner Johnny Hoogerland mit einem Mittelfeld-Platz zufriedengeben. Der 36-jährige Ex-Profi hatte bis zum Jaufenpass, der dritten der vier Bergankünfte, noch die Nase vorne — doch in der Abfahrt sollten sich die riskanten Fahrten Notheggers bezahlt machen. Für den Österreicher war es eine Zeit, die um mehr als zehn Minuten besser war als jene des Schweizers Hugo Jenni (2001).

Die schnellste Dame war die Deutsche Christina Rausch. Mit einem Vorsprung von einer Minute setzte sie sich vor Ils van der Moeren (BEL) und der Schweizer Seriensiegerin Laila Orenos durch. „Vor zwei Jahren war ich schon knapp dran, im Vorjahr hatte ich zwei Verletzungen. Es ist unglaublich", strahlte Rausch. Die Tirolerin Daniela Traxl-Pintarelli wurde Vierte.

Ein Fahrer erlitt bei einem Sturz Kopfverletzungen und wurde per Hubschrauber abtransportiert. Ansonsten zog OK-Chef Dominic Kuen zufrieden Bilanz. „Wir hatten einen Sturz, aber ansonsten ist alles gut gegangen. Es hat alles funktioniert, die Emotionen sind hier riesig und kochen so richtig hoch", meinte Kuen. Das 40er-Jubiläum kann kommen. Egal, wie viele Lebensjahre es den Sieger dann auch kostet.

- Sturz bei Abfahrt: Radmarathon-Teilnehmer am Kopf verletzt

Der Livestream vom Ötztaler Radmarathon 2019

  • Strecke: 238 km/5500 hm
  • Siegerehrung: 20.45 Uhr
  • Live-Übertragung: 6.30 bis ca. 21 Uhr