Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


Osttirol

Rapid Lienz droht ohne Chef das Aus

Der traditionsreiche Fußballverein braucht bis spätestens Mai 2020 einen neuen Obmann, sonst ist Rapid Lienz Geschichte.

Rapid-Obmann Didi Müller ist nach zehn Jahren amtsmüde. Spätestens im Juni 2020 wirft er als Obmann das Handtuch.

© OblasserRapid-Obmann Didi Müller ist nach zehn Jahren amtsmüde. Spätestens im Juni 2020 wirft er als Obmann das Handtuch.



Von Catharina Oblasser

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Lienz – Die Saison 2019/2020 könnte für Rapid Lienz die letzte sein. Didi Müller, seit zehn Jahren Obmann des Fußballvereins, will nicht mehr. Auch seine Vorstandsmitglieder möchten ihre Funktionen in neue Hände legen, sagt der 58-Jährige im Gespräch mit den Medien. Es sei an der Zeit, dass neue Kräfte übernehmen.

„Ich war 25 Jahre Sektionsleiter für Fußball in Tristach und zehn Jahre bei Rapid Lienz“, sagt Müller. „In dieser Zeit gab es so manche prekäre Situation, Rapid Lienz war in der Kärntner Liga und ist dann in die Unterliga abgestiegen.“ Auch finanziell hatte der Verein zu kämpfen, doch mittlerweile sei das vorbei, betont Müller. „Rapid Lienz ist heute schuldenfrei.“

Bis zu den Neuwahlen zu Saisonende im Mai bzw. Juni 2020 macht der Obmann mit seinem Vorstand noch weiter, aber dann ist Schluss. „Das ist unumstößlich.“ Also muss spätestens bis Mai 2020 die Nachfolge geregelt sein. „Je früher, desto besser“, sagt der Rapid-Lienz-Chef. Bis jetzt ist noch niemand in Sicht, der diese Aufgabe übernehmen will, berichtet Müller. „In diesem Fall bliebe nichts übrig, als den Verein stillzulegen oder aufzulösen.“

Damit würden nicht nur rund 140 Nachwuchskicker vom Fußball-Kindergarten bis zur U17 ihre sportliche Heimat verlieren. Auch das Damenteam, die Kampfmannschaft und die 13 Trainer stünden dann ohne Verein da.

Die Stadt Lienz, deren „Sonnenstadt“-Logo der Fußballverein verwendet, hätte ebenfalls unter einem Aus von Rapid Lienz zu leiden, sagt Sportausschuss-Obmann und Vizebürgermeister Sigi Schatz. „Jedes Dorf hat einen Fußballclub. Lienz als Bezirkshauptstadt hätte nichts mehr. Das wäre bitter.“ Jährlich unterstützt die Stadtgemeinde den Verein mit 25.000 Euro, die Benützung des Dolomitenstadions ist gratis. „Doch in die Vereinsführung greift die Stadt nicht ein“, begründet Schatz, weshalb Rapid alleine einen neuen Obmann suchen muss.