Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


Ringen

Mit Rückkehrer Gastl steigen die Ansprüche

Die Ringer des RSC Inzing starten gegen Hötting (Samstag, 19.30 Uhr) siegessicher in die Saison und träumen vom ersten Bundesliga-Titel.

David gegen Goliath: Der AC Hötting mit Obmann Franz Pitschmann (r.) will sich im Tirol-Derby am Samstag beim RSC Inzing (Gastl, Wagner, Obmann Draxl und Trainer Krug, v.?l.) teuer verkaufen.

© Rudy De MoorDavid gegen Goliath: Der AC Hötting mit Obmann Franz Pitschmann (r.) will sich im Tirol-Derby am Samstag beim RSC Inzing (Gastl, Wagner, Obmann Draxl und Trainer Krug, v.?l.) teuer verkaufen.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Mit Selbstvertrauen vollgepumpt starten die Tiroler Ringer am Samstag in die neue Saison. Speziell der RSC Inzing hat sich viel vorgenommen und will nach zweimal Bronze (2015, 2016) als erster Tiroler Verein überhaupt den Bundesliga-Titel holen. „Ziel ist auf jeden Fall eine Medaille, wir wollen spätestens in drei Jahren nach dem Titel greifen“, erklärt Inzing-Obmann Klaus Draxl und hat gute Gründe, optimistisch zu sein:

Das liege einerseits daran, dass Serienmeister AC Wals (Sbg.) durch die Legionärsbeschränkung (nur noch zwei statt drei Ausländer) geschwächt wurde. Zudem produziert die Tiroler Talenteschmiede stetig neue Athleten und sieht sich als Nummer eins im Nachwuchs.

Ringer-Schwergewicht Daniel Gastl (bis 97 kg, hinten) kehrt nach zwei Saisonen in Deutschland zurück zum RSC Inzing.
Ringer-Schwergewicht Daniel Gastl (bis 97 kg, hinten) kehrt nach zwei Saisonen in Deutschland zurück zum RSC Inzing.
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„Ich bin wieder zurück in Inzing. Wir haben in der Liga viel vor und eine gute Mannschaft“, erklärte Ringer-Schwergewicht Daniel Gastl (bis 97 kg), der nach zwei Saisonen in der deutschen Liga (TSV Westendorf) und im besten Ringer-Alter in seine Heimat zurückkehrt. Der 26-Jährige kämpft wie sein Trainingspartner Michael Wagner (bis 77 kg) um ein Olympia-Ticket 2020. „Die Olympia-Qualifikation hat Priorität, aber ich spüre, dass auch mit Inzing in dieser Saison viel möglich ist!“, betonte Polizeisportler Wagner. Mit zwei Leih-Ringern wollen die Inzinger auch in den Leichtgewicht-Klassen (bis 59 kg/62 kg) endlich gut aufgestellt sein.

Und dann wäre da noch die Entdeckung der Inzinger: Der aus dem Irak stammende Flüchtling Aker Al Obaidi (bis 67 kg) hat sich inzwischen in Inzing sehr gut eingelebt, absolviert eine Maler-Lehre und holte im Juni bei der Junioren-EM sensationell Bronze für Österreich. In der Bundesliga zählt er jedoch als Ausländer und muss gegen zwei weitere Legionäre aus dem ehemaligen Ostblock um einen Startplatz bei Inzing kämpfen. „Aker ist ein Juwel und wir haben mit ihm noch viel vor“, erzählt Draxl zuversichtlich.

In der Liga-Vorrunde kämpfen die acht Bundesliga-Vereine in zwei Vierergruppen um den Aufstieg (zwei Teams kommen weiter). Nach den Kreuzkämpfen würde im Finale wohl erneut Rekordmeister AC Wals warten. „Unser Ziel ist es, gut in die Saison zu starten“, erklärt Obmann Klaus Draxl vor dem Tiroler Derby am Samstag (19.30 Uhr/VS Inzing) gegen die Kampfgemeinschaft Hötting/Hatting.

Die Innsbrucker haben wohl wenig entgegenzusetzen. „Wir haben mit Stefan Steigl einen prominenten Abgang und dazu einige Verletzte, es wird eine schwierige Saison für uns“, dämpft Hötting-Obmann Franz Pitschmann die Erwartungen. Der zweite Innsbrucker Verein AC Vollkraft startet am Samstag (19.30/Vereinsheim Arzl) gegen KSK Klaus (Vbg.).

Ringen, Bundesliga:

1. Runde, Samstag: Inzing — Hötting/Hatting (19.30/VS Inzing), Ibk — Klaus (19.30/Vereinsheim Arzl), Hörbranz — Götzis, Söding — Wals. 2. Runde (28.9.): Wals — Hötting/Hatting, Söding — Inzing, Götzis — Klaus, Hörbranz — ACV Ibk.

Modus: Vorrunde bis 26.10., Kreuzkämpfe (2.11. und 9.11.), Platzierungskämpfe (16./23.11.), Finalrunde (30.11./7.12.).