Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Judo

Scherwitzl: „Der neue Präsident wird nicht aus Wien kommen“

Tirols Judo-Verbandspräsident Martin Scherwitzl über das nahende Ende von Hans-Paul Kutschera und warum er nicht sein Nachfolger wird.

Tirols Judo-Präsident Martin Scherwitzl (r./mit Graf und Unterwurzacher) trat, so wie insgesamt acht von zwölf ÖJV-Vorstandsmitgliedern, zurück.

© TT/Julia HammerleTirols Judo-Präsident Martin Scherwitzl (r./mit Graf und Unterwurzacher) trat, so wie insgesamt acht von zwölf ÖJV-Vorstandsmitgliedern, zurück.



Von Benjamin Kiechl

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Innsbruck, Wien – Österreichs Judoszene, die in den vergangenen Jahren durch Erfolge für Schlagzeilen gesorgt hatte, wird derzeit in ihren Grundfesten erschüttert. Nach Turbulenzen rund um die Finanzierung der Judo-WM 2021 in Wien sind bereits acht der zwölf Vorstandsmitglieder, darunter auch Vizepräsident Martin Scherwitzl, zurückgetreten (die TT berichtete). Damit ist der Österreichische Verband handlungsunfähig, am 12. Oktober sind Neuwahlen angesetzt.

Dass der aktuelle Präsident Hans-Paul Kutschera erneut antritt, ist unwahrscheinlich. „Hundertprozentig ist nichts. Aber ich werde, glaube ich, eher nicht mehr kandidieren“, betonte der Wiener Mediziner, der in den vergangenen Jahren den Verband auf solide Beine gestellt hatte. Das sieht auch Tirols Judo-Verbandspräsident Scherwitzl so. „Der Verband steht finanziell gut da, es sind so viele Trainer angestellt wie noch nie und Kutschera hatte immer ein offenes Ohr für die Funktionäre“, erklärte der Tiroler.

Nach den Konflikten um die Finanzierung der Judo-WM 2021 scheint eine Wiederwahl Kutscheras jedoch in weite Ferne gerückt zu sein. „Egal, ob er antritt oder nicht, das geht sich nicht mehr aus“, sagte Scherwitzl. Langjährige Funktionäre seien abgesprungen und „mit einer C-Garnitur gewinnt man keine Wahl und schafft keine WM“. An eine „Intrige“, wie von Kutschera gemutmaßt, will er nicht glauben: „Ich kann versichern, dass es keine Intrige gibt. Ich bin mit allen in Kontakt und hätte das gewusst.“

Scherwitzl wird im Oktober definitiv nicht als ÖJV-Präsident kandidieren. „Ich stehe dem Verband nicht mehr zur Verfügung, aber es ist gesichert, dass Tirol auf jeden Fall im Vorstand vertreten ist.“ Ohne Namen zu nennen, geht Scherwitzl davon aus, dass sich der Vorschlag der Bundesländer gegen die Interessen Wiens durchsetzen werde. „Der neue Präsident wird nicht aus Wien kommen“, konkretisiert Scherwitzl und fügt hinzu, dass es nur wenige potenzielle Kandidaten gebe. „Wer tut sich das Amt in dieser Situation an?“

Wichtig sei, dass der Vorstand mit einem neuen Team und positiver Energie arbeiten könne, so Scherwitzl. „Der Präsident muss ausgezeichnete Kontakte zum Weltverband haben und die Finanzierung der WM offenlegen.


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