Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.09.2019


Football

Die fetten Jahre sind vorbei: Raiders suchen Nachwuchs

Raiders-Nachwuchschef Florian Grein schlägt wegen mangelnder Footballer Alarm. Das neue Innsbrucker Trainingszentrum soll helfen.

Eng, enger, Sieglanger: Die jahrelang schweren Bedingungen für die Tiroler Footballer sollen im Sommer 2020 Geschichte sein.

© Michael KristenEng, enger, Sieglanger: Die jahrelang schweren Bedingungen für die Tiroler Footballer sollen im Sommer 2020 Geschichte sein.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Die Gründung von Spielgemeinschaften im Unterhaus (Fußball) oder das Auslassen bestimmter Altersklassen (Volleyball) – der Rückgang beim Nachwuchs macht offenbar vor keiner Sportart Halt. Bereits vor einem Jahr erklärte Alpenvolleys-Macher Hannes Kronthaler: „Wir haben Studien dazu bekommen, die von ca. 20 bis 30 Prozent weniger sportelnden Kindern sprechen.“ Das trifft auch auf Football zu, wie Nachwuchs­chef Florian Grein (Swarco Raiders) dieser Tage bestätigte. Hoffnung macht dem ehemaligen Running Back das neue Trainingszentrum – Garantie ist es aber keine.

Die Bagger sind hinterm Tivoli-Stadion bereits aufgefahren, im Sommer 2020 soll das neue Prunkstück fertig sein. Um ca. 7,3 Millionen Euro erhält der 1992 gegründete Tiroler Vorzeigeverein einen Kunstrasenplatz inklusive Kabinen und Tribünen. Der mehrfache österreichische Meister wird dann sein eigenes Reich beziehen. Die Zeiten, in denen man auf einem zu kleinen Feld trainieren musste, werden endlich der Vergangenheit angehören.

Diese neuen Möglichkeiten sind es, die Grein hoffen lassen. Denn ähnlich wie in anderen Sportarten kämpfen auch die Innsbrucker um die Stars von morgen. „Ich könnte 15 Kinder und Jugendliche pro Altersstufe (U 11, U 13, U 15, U 18, Anm.) mehr brauchen“, erklärt Grein und ergänzt: „Verletzungen, Urlaube – es kommt alles zusammen.“

Dass Kinder generell weniger auf Sportplätzen anzutreffen sind, liege laut Grein teilweise an der Einstellung mancher Eltern: „Es folgt immer dasselbe Argument: Man stellt die Schule über alles, was prinzipiell ja passt. Aber man sieht den Sport nicht als Ausgleich, sondern als zusätzliche Belastung.“

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Und da ist noch eine weitere Tatsache, die dem Fachmann des Sports mit dem Eierlaberl zu schaffen macht: Seine gute Zusammenarbeit mit den Highschools und Colleges in den USA. Acht der besten Tiroler Jungs hat der Familienvater nach Übersee vermittelt, die nun in den eigenen Reihen fehlen. Grein: „Das sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Einen guten Zulauf bekommt man von den eigenen „Flag-Footballern“ (Spiel ohne Körperkontakt). Da arbeitet man mit vielen Tiroler Volks- und Neuen Mittelschulen zusammen. „Im Vorjahr haben wir 296 Stunden Unterricht an den NMS durchgeführt und sind bei zwölf Volksschulen am Start gewesen.“

Das neue Trainingszentrum könnte für einen neuen Zulauf sorgen. Darauf verlassen will sich auch Grein nicht: „Jeder, der Lust hat, kann sich sofort bei uns melden.“