Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.09.2019


Motorsport

Nach Verletzungen zeigt die Tendenz bei Neurauter wieder nach oben

Der Tiroler Motocrosser Lukas Neurauter (26) ist heuer neben dem ADAC MX Masters vor allem in Tschechien und der Slowakei am Start. Der MX-Nachwuchs dreht indes schon kräftig am Gashebel.

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© Bauerschmidt



Von Alois Moser

Innsbruck – Wenn, wie von diversen Mentaltrainern gepredigt, der Erfolg im Kopf beginnt – dann schaut die Zukunft bei Lukas Neurauter rosig aus. Oder besser dreckig, denn Tirols bester Motocrosser hat nach einigen Rückschlägen wieder die Freude am Fahren gefunden. „Das Rennfahren macht viel Spaß heuer“, meldet sich der 26-jährige Sautener frohgemut aus der Slowakei. Denn heuer ist der Tiroler vor allem in Österreichs nordöstlichen Nachbarländern unterwegs.

Im letzten Jahr bestritt „Luggi“ zwei Rennen für ein tschechisches Team: „Das hat mir gut gefallen, denn das Niveau in der dortigen Meisterschaft ist sehr hoch.“ Trotzdem läuft es für den KTM-Piloten ganz gut: „In Tschechien bin ich vorne mit dabei.“

Im ADAC MX Masters „fuchst es“ Neurauter nach eigenem Bekunden indes: „Der Speed ist da, aber irgendwas ist immer dazwischengekommen.“ Bei den letzten Rennen in Bielstein und Holzgerlingen (GER) klappte es zuletzt besser: Neureuter zeigte mit den Plätzen vier und drei auf.

Die Tendenz zeigt nach schweren Verletzungen (u. a. Wadenbeinbruch, Beckenbruch) also wieder nach oben. Weitere Starts in der Motocross-WM (MXGP) sind aber vorerst Zukunftsmusik: „Dazu muss alles passen, vor allem finanziell.“ Bis dahin bäckt der hauptberufliche KTM-Testfahrer kleinere Brötchen: Ich bin gut ausgelastet, fahre viele Rennen. Und es macht mir viel Spaß.“

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Lukas Neurauter hat die Freude am Fahren wieder gefunden – Großcousin Clemens ist indes derzeit auf der Suche danach. Nach einem komplizierten Handbruch und der langwierigen Umstellung auf die größere Maschine spießt es sich heuer: „Ich bin erst spät ins Training eingestiegen und deshalb nur wenige Rennen gefahren.“ Zumal der 23-jährige Student der Wirtschaftswissenschaften derzeit an seiner Bachelorarbeit feilt: „Momentan liegt mein Fokus ganz klar darauf.“ Wie es danach weitergeht, weiß der Ambacher noch nicht wirklich: „Das ist offen.“ Auf die Maschine steigt der Student aber derzeit ohnehin nur ohne Wettbewerbsgedanken: „Es geht mir nur um den Spaß beim Fahren.“

Wie Lukas und Clemens Neurauter ist auch Manuel Perkhofer einer der wilden Oberländer. Der 22-jährige Rietzer fährt heuer „das erste Jahr bei den Großen mit“ – Lehrgeld in Form einer ausgekugelten Schulter inklusive: „Leider die bereits operierte, deshalb hat die Pause länger gedauert.“ Doch diese hat sich bezahlt gemacht: Perkhofer, wie Lukas Neurauter KTM-Testfahrer und seit heuer wie dieser auch im Masters unterwegs, zeigte dort bei den letzten beiden Stopps mit den Rängen 17 und 18 auf: „Ich bin gut im Plan.“

Die österreichische Meisterschaft hat der Rietzer heuer zurückgestellt – im Gegensatz zu Florian Hellrigl. Der 22-jährige Telfer, anders als seine Landsmänner auf Husqvarna unterwegs, konzentriert sich in diesem Jahr auf Österreich: „Ich möchte mich erst hier an die Spitze kämpfen.“ Heuer gelang das noch nicht ganz: Nach dem Saisonabschluss in Oberdorf (Bgld.) landete der gelernte Elektrotechniker auf Platz sechs.

„Luggi“ Neurauter geht Ende September (29.) noch beim Länderkampf „MX of Nations“ in Assen (NED) für Österreich an den Start.