Letztes Update am Fr, 11.10.2019 13:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sport in Tirol

100 Jahre Schwimmen: TWV feiert sein rundes Jubiläum

1919 bis 2019: Der älteste Schwimmverein Tirols, der Tiroler Wassersportverein, feiert am Samstag sein 100-jähriges Bestehen. Ein guter Grund, zurückzublicken – und auch voraus.

Das TWV-Vereinslogo hat sich über die Jahre hinweg nicht verändert – die Frisuren und Sportmode hingegen schon.

© TWVDas TWV-Vereinslogo hat sich über die Jahre hinweg nicht verändert – die Frisuren und Sportmode hingegen schon.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Ein blauer See in grüner Flur, wie es in der Vereinshymne „Lied der Wassersportler“ heißt, war die Basis, der erste Tiroler Schwimmwettkampf im Lanser See im Juli 1919 dann der Anfang und die Vereinsgründung einen Monat später schließlich der Startschuss: Tirols ältester Schwimmverein feiert am morgigen Samstag mit einem Festakt in Innsbruck sein 100-Jahr-Jubiläum.

Dabei hatte man anfangs gar nicht regelmäßig trainieren können, und wenn überhaupt, dann nur getrennt nach Geschlechtern. In Bädern, die es heute so nicht mehr gibt: im Freischwimmbad Büchsenhausen etwa oder im Frauen- und Männerschwimmbad am Ende der Museumstraße oder auch in der 1870 errichteten „Schwimmschule“, einem Freibad in der Höttinger Au, gefüllt mit Innwasser. „Erst als dieses Bad 1923 vom TWV gepachtet wurde, war auch bei laufendem Badebetrieb ein gemeinsames Training möglich“, erzählt Herwig Herbert, seit 1949 TWV-Mitglied, 32 Jahre davon als Obmann.

Historisches Bild von TWV-Schwimmerinnen – auch „Figurenliegen“ (Synchronschwimmen) war einst eine Sektion des Vereins.
Historisches Bild von TWV-Schwimmerinnen – auch „Figurenliegen“ (Synchronschwimmen) war einst eine Sektion des Vereins.
- TWV

Dabei war Schwimmen nicht der einzige Sport, der im Tiroler Wassersportverein eine Heimat fand: Auch Wasserspringen, Wasserball, Kanu, Motorbootsport, Segeln, Surfen, Eislaufen (1953 bis 1961 Höttinger-Au-Bad) und „Figurenliegen“ (Synchronschwimmen) gehörten einst zur TWV-Familie so wie auch bis heute die Zweigvereine in Brixlegg, Landeck und Telfs.

Es gab viele Meilensteine in der Vereinsgeschichte, meistens bedingt durch die Eröffnung eines neuen Bades, wie etwa des ersten Hallenbades 1929 (Amraser Str.). TWV-Vorstand Adolf Gruber schrieb: „Wenn dann einst der Tag kommt, an dem die breiten Massen die Segnungen des Schwimmsports erkannt haben, dass nicht mehr Tausende und Abertausende im Wellengrab versinken müssen (...), dann möge dies unser schönster Lohn für unsere Pionierarbeit sein (...).“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Bis heute lernen Kinder beim TWV das Schwimmen, Generationen gingen etwa durch die Schule von Friedl Suda, Olympia-Teilnehmer von 1960 und 1964. Zahlreiche TWVler waren und sind erfolgreich, halten nationale sowie Tiroler Rekorde und sammeln Medaillen – vom Nachwuchs bis hin zu den Masters. Für Trainer Wolf Grünzweig steht TWV deshalb auch für „Team, Work und Victory“. Wie eine Familie sei der Verein, sagen viele. 100 Jahre Geschichte zeugen von Beständigkeit, den Beweis dafür liefern aber die Obmänner: Seit 1949 gab es mit Theodor Didusch, Herwig Herbert und Martin Senn (seit 2002) insgesamt nur drei.

Das einstige Freischwimmbad in der Höttinger Au, gefüllt mit Innwasser und meistens eiskalt.
Das einstige Freischwimmbad in der Höttinger Au, gefüllt mit Innwasser und meistens eiskalt.
- TWV