Letztes Update am Mo, 28.10.2019 14:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thema der Runde

Axams/Grinzens gegen Götzens: Heißes Derby mit feschen Trainern

Das Mittelgebirgs-Derby zwischen der SPG Axams/Grinzens und Götzens (31.10.) wirft seinen Schatten voraus. So heiß es rund um den Fanmarsch auch wird: Die Trainer Elvir Karahasanovic und Thomas Pichlmann bleiben cool.

„If you look good, you play good – wer gut ausschaut, spielt gut.“ Das gilt auf der Trainerbank für Elvir Karahasanovic (l.) und Thomas Pichlmann.

© Thomas Böhm„If you look good, you play good – wer gut ausschaut, spielt gut.“ Das gilt auf der Trainerbank für Elvir Karahasanovic (l.) und Thomas Pichlmann.



Von Alex Gruber

Axams – Der Schmäh rennt, wenn sich Axams/Grinzens-Trainer Elvir Karahasanovic und Götzens-Coach Thomas Pichlmann am Wiltener Platzl nebeneinander auf den Friseursessel setzen. Die beiden teilen als ehemalige Torjäger und großgewachsene Feschaks, die auf ihr Äußeres achten, auch die große Liebe zum Spiel. Und am Donnerstag (18.30 Uhr) steht man sich im Axamer Ruifachstadion gegenüber.

Welche Wellen das anstehende Gebietsliga-Derby im Axamer Ruifachstadion schon seit Saisonbeginn schlägt, haben beide hautnah mitbekommen. Das erste Teambuilding unter Karahasanovic warf beim Thema „große Ziele“ das Stichwort „Derbysieg“ aus. „Es wurde dauernd darüber geredet und ich habe versucht, das Thema zunächst kleinzuhalten.“

Die Tatsache, dass Götzner Spieler beim Axamer Dorffest 2018 mit einem Schild bei einem Festzelt als unerbetene Gäste explizit ausgeladen wurden, ist dem gebürtigen Wiener Thomas Pichlmann auch nicht entgangen. Ihm ging es in den letzten Wochen gleich wie Karahasanovic: „Schon vor der Saison wurde der Auslosung entgegengefiebert – wann und wo dieses Spiel steigt. Es war nicht leicht, die zwölf Runden zu überbrücken“, musste auch der „Pichi“ den Fokus auf das Tagesgeschäft lenken. Mit sieben Siegen in Serie (am Wochenende gab es einen 2:0-Sieg über Rietz) hat Götzen die Favoritenrolle für das Derby untermauert. Der Drei-Jahres-Plan, mit Spielern aus dem Mittelgebirge (viele davon stammen aus Axams) in die Landesliga zu marschieren, nimmt Kontur an.

Auch diese Ausladung beim Dorffest 2018 macht das Derby heiß.
Auch diese Ausladung beim Dorffest 2018 macht das Derby heiß.
- privat

Rachegelüste und Enttäuschung seitens der „verlassenen“ Axamer sind nicht selten zu hören. Pichlmann und Karahasanovic diktieren aber unisono: „Wir bleiben ruhig. Für uns ist es ein Spiel wie jedes andere.“

Im Publikum wird sich das anders anhören. Um 17.30 Uhr setzt sich seitens der Götzner Fans vom Birgitzer Liftstüberl ein Fanmarsch in Gang. Vielleicht will der vormals kleine Lokalrivale auch damit seine Vormachtstellung kommentieren. „Axams hat in Fußball-Tirol den größeren Namen. Von der Infrastruktur könnten sie in der Regionalliga spielen“, sagt Pichlmann, ehe der Ex-ÖFB-Teamspieler mit einem Augenzwinkern anfügt: „Alle, die im Mittelgebirge den Ball halbwegs treffen, stehen am Donnerstag am Rasen.“

Karahasanovic traf mit seiner neuen Mannschaft trotz der Niederlage am Wochenende bislang mit 18 Punkten auch durchaus ins Schwarze. Nur drei Zähler eroberte Axams schließlich vergangene Saison, das Gros des SPG-Teams setzt sich aus Kickern von Ex-Bezirksligist Grinzens zusammen: „Und die haben so ein Spiel wie am Donnerstag noch nie erlebt. Das ist doch die beste Werbung für das Mittelgebirge.“ Nachsatz: „Auch als Außenseiter werden wir zuhause keinen Bus vor dem eigenen Tor parken.“

Bei aller Brisanz und Rivalität sollte man sich im Unterhaus einem heißen sportlichen Schlagabtausch auch mit Humor nähern. Und da ist man bei Karahasanovic und Pichlmann genau richtig. Auf die Frage, wer der Feschere sei, sagte der Axams-Coach lachend: „Das liegt auf der Hand.“ Pichlmann kontert: „Ich habe jetzt schon viele Trainer gesehen. Wir sind beide ganz gut aufgestellt.“