Letztes Update am Mi, 06.11.2019 16:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sport in Tirol

Das Erbe des Air+Style: Snowboarder fliegen wieder auf Bergisel ab

Mit der Rückendeckung des Österreichischen Skiverbands will Air+Style-Erfinder Andrew Hourmont im kommenden Jahr ein Nachfolge-Event am Bergisel etablieren. Motto: mehr Sport und hochklassige Musik.

Wenn es Nacht wird am Bergisel: Zuletzt gab es 2015 Snowboard-Action zu sehen. 2020 soll das Comeback erfolgen.

© Johanna BöhmWenn es Nacht wird am Bergisel: Zuletzt gab es 2015 Snowboard-Action zu sehen. 2020 soll das Comeback erfolgen.



Von Florian Madl und Tobias Waidhofer

Innsbruck – Die bewegte Geschichte des Air+Style-Snowboard-Contests endete 2017 am Parkplatz der Innsbrucker Olympiaworld. Freestyle-Ikon­e Shaun White hat die Marke 2014 mehr oder weniger übernommen und die Veranstaltung seither zu einem Konzert mit sportlichem Nebengeräusch umfunktioniert. Höhepunkt: als in Los Angeles die Bands im Stadion aufspielten und außerhalb die Snowboarder ihre Kunststücke zum Besten gaben ...

Das registrierte auch Andre­w Hourmont, der zuletzt knapp zwei Jahre für den Internationalen Skiverband (FIS) Entwicklungsarbeit leistete, aber mit potenziellen Nachfolge-Events in Tirol zunächst nicht durchdrang. Im Dezember 2020 will er es erneut versuchen.

Der 53-Jährige bestätigte auf TT-Anfrage: „Wir wollen mit einem Event im Berg­isel-Stadion an die Größe der 90er-Jahre anschließen.“ Er habe bereits positive Signale aus der Musikbranche erhalten, auch ein deutscher Sponsor bekundete sein Interesse. Der gebürtige Waliser ist sich sicher: „Der Air+Style hat ein­e Wahnsinnsgeschichte in der Stadt. Die Veranstaltung trug viel dazu bei, dass man sich als jung und studentisch etablierte.“ Da der Marken­name allerdings geschützt sei, würd­e er noch einen „knackigen“ Titel suchen.

Sein Credo: Man wolle am Bergisel vernünftig anfangen (12.000 Zuschauer), aber mittelfristig „das Globale in Angriff nehmen“. In Peking kommt es heuer (14. Dezember) übrigens zum 10-Jahr-Jubiläum, aufgrund von WM und Olympia käme es dort in der Folge zu einer Pause. Chin­a und die USA seien auch für Hourmont potenzielle Destinationen der Zukunft. Das Konzept: mehr Sport, weniger Bands, aber die von hoher Qualität. Von zwei Millionen Euro Budget geht Hourmont aus, in ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel weiß er einen einflussreichen Mitstreiter an seiner Seite. Der 78-Jährige bestätigte: „Wir haben beschlossen, das zu machen, wenn die Voraussetzungen da sind.“ Sollte man mit den Einnahmen auf null kommen, „sind wir bereit, das zu machen“. Nachsatz: „Für Innsbruck wäre das eine super Werbung!“

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Die Zillertaler Boarder-Legende Werner Stock ließ sich von der Nachricht gestern regelrecht euphorisieren: „Meg­a, das ist mehr als cool. Am Bergisel war es immer etwas Spezielles, der ist einzigartig.“ Der Air+Style gehöre nun einmal nach Tirol. Das „Comeback“ würde er sich nicht entgehen lassen: „Den Contest überlasse ich Jüngeren, aber vielleicht gibt es ja ein Side-Event. Sonst bin ich halt als Zuschauer dabei.“