Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.11.2019


Ringen

Inzing-Obmann Draxl: „Die Chancen aufs erste Finale stehen bei 50:50“

Morgen (19 Uhr) kommt es im Klauser Hexenkessel zum Retourkampf. Inzings Ringer reisen mit einem 60-Sitzer-Bus und viel Herz an.

Schamil Feitl (-77 kg/grau), einer von der jungen Inzinger Garde: Am Samstag bekommt die Nachwuchshoffnung beim Halbfinale eine weitere Chance, sich zu bewähren.

© Michael KristenSchamil Feitl (-77 kg/grau), einer von der jungen Inzinger Garde: Am Samstag bekommt die Nachwuchshoffnung beim Halbfinale eine weitere Chance, sich zu bewähren.



Von Florian Madl

Inzing – Der angefordert­e Bus für die Auswärtsfahrt nach Vorarlberg? Längst ausverkauft. Die eingefleischten Ringer-Fans aus Inzing lassen es sich nicht nehmen, beim zweiten Halbfinale für Stimmung zu sorgen und erst lang­e nach Mitternacht wieder in Tirol anzukommen. Einfach wird es für sie in der 600 Zuschauer fassenden Halle nicht, sich Gehör zu verschaffen, aber einfach wird es auch für ihre Helden nicht. Die gewannen in der Vorwoche mit 30:26, was keinen Polster für den Rückkampf gegen Klaus darstellt: „Die Chancen auf den Einzug ins Finale stehen bei 50:50. Wir haben den Nachteil, eine junge Mannschaft mit vielen Juniorenringern zu sein“, relativiert Obmann Klaus Draxl die Erwartungshaltung.

Diese Zurückhaltung tut solchen wie dem jungen Jakob Sauerwein (16), der nach einem unglücklichen Aufprall in der Hinrunde k. o. gegangen war, gut: „Wir wollen behutsam vorgehen und ihn nicht verheizen“, meint Draxl auf den Einsatz des Nachwuchsringers angesprochen. Der Arzt werde entscheiden.

Solche wie Sauerwein hat der RSCI, seit 24 Jahren ein Fixpunkt im heimischen Ringsport, einige. Etwa Schami­l Feitl, Dario Habel oder Timon Haselwanter. Auf der Gegenseite hat Klaus den Vizemeister-Bonus vom Vorjahr, der Heimkampf beflügelt zusätzlich.

Obmann Draxl sieht es nüchtern: „Wir wollen so wenige Kämpfe wie möglich mit 0:4 verlieren. Jeder muss kämpfen bis zum Umfallen, um zumindest einen technischen Punkt zu holen.“ 2016 und 2017 feiert­e man als Bundesliga-Dritte den bisher größten Vereinserfolg, das Ziel heißt heuer „Meister“. Draxl: „Wir wollen das, auch wenn es realistisch betrachtet vielleicht noch zwei Jahre zu früh kommt.“ Denn im Finale würde wohl Serienmeister Wals warten, mit einer Million Euro Budget der Liga-Krösus. Aber die Inzinger (100.000 €) lassen solche Zahlen kalt.