Letztes Update am So, 10.11.2019 17:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tiroler Liga

SV Innsbruck stellte die Weichen zur Regionalliga

Die Innsbrucker stapeln trotz überlegenem Herbstmeistertitel in der Hypo Tirol Liga tief. Ein Quintett spekuliert mit dem zweiten Aufstiegsrang und ein Duo überwintert abgeschlagen am Tabellenende.

Silz/Mötz-Flügel Mehmet Durmus (r.) brachte gestern mit einem 2:0-Auswärtssieg die WSG-Amateure mit Marcel Maier zu Fall und kämpft im Frühjahr um den zweiten Aufstiegsplatz in der Hypo Tirol Liga.

© Amir BeganovicSilz/Mötz-Flügel Mehmet Durmus (r.) brachte gestern mit einem 2:0-Auswärtssieg die WSG-Amateure mit Marcel Maier zu Fall und kämpft im Frühjahr um den zweiten Aufstiegsplatz in der Hypo Tirol Liga.



Von Thomas Mair

Innsbruck – Schweinsbraten, Gulasch und Bier kredenzte gestern Günter Degenhart, sportlicher Leiter des SVI, nachdem seine Winterkönige in der Hypo Tirol Liga den Herbst standesgemäß mit einem 1:0-Heimsieg gegen Ebbs erfolgreich beendeten. Aufgrund des Sonntagtermins hielt sich die Feierlaune aber in Grenzen, in zwei Wochen wird die Elf von Markus Seelaus dafür drei Tage Sölden unsicher machen. „Ob jetzt alle Ski mitnehmen, weiß ich nicht“, meinte der 32-jährige Trainer und ließ selbst noch offen, ob er auch einen Tag dazustoßen werde.

Mit sieben Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz „haben wir weit über dem abgeschnitten, was wir uns ausgerechnet haben“, resümierte Seelaus, im Wissen, „nicht viel falsch gemacht zu haben“. Die Routiniers Mario Fettner (37) und Michael Simic (32) oder auch Matthias Bär (24) sind die Konstanten im Verein, liefern Topleistungen ab und führen die junge Garde. Trotzdem wachsen die Bäume bei den Innsbruckern nicht in den Himmel. „Die anderen rechnen mehr mit unserem Aufstieg als wir selbst“, erklärt Seelaus, der betont, dass es keine Vorgabe oder Aufstiegsverpflichtung gebe. Vielmehr seien die ersten Frühjahrsrunden ausschlaggebend. „Es hat schon genug Teams gegeben, die eingebrochen sind. Erst wenn es in Richtung 50 Punkte geht, kannst du zu rechnen beginnen. Jetzt sind wir einfach nur überglücklich“, genießt der Familienvater den Status quo.

Hinter dem überlegenen Tabellenführer verpassten gestern die WSG Tirol Amateure aufgrund einer abschließenden 0:2-Heimpleite gegen Silz/Mötz den Sprung auf Platz zwei. „Wir haben das Maximum herausgeholt, die meisten Tore mit dem SVI geschossen und die wenigsten erhalten“, bilanzierte Trainer Martin Rinker dennoch positiv. Sein Gegenüber Aleksandar Matic hob indes den fünften Tabellenrang als das Nonplusultra der Spielgemeinschaft in der Tiroler-Liga-Historie hervor: „Es war ein wichtiger Sieg und ein toller Herbst meiner Mannschaft.“ Bezüglich seines Rückzuges am Saisonende gibt er sich kleinlauter als zuletzt: „Für mich ist es schwierig, von meinen Worten abzugehen“, aber die Entscheidung könnte revidiert werden. „Es war ein interner Kommunikationsfehler“, erläutert Matic.

Neben den Oberländern (26 Punkte) werden auch Kematen (25), Kirchbichl, WSG Tirol II (jeweils 29) und der Zweite Fügen (30) um den zweiten Aufstiegsplatz rittern. Im Zillertal ging nach dem Aufstieg im Juni ein gelungenes Jahr 2019 zu Ende. „Eine sensationelle Leistung, die wir uns nicht erwartet und auch nicht erhofft, aber erträumt haben“, frohlockte Trainer Thomas Luchner beim Blick auf das Klassement: „Es ist surreal, wenn man als Aufsteiger die Tabelle betrachtet.“ Der Zusammenhalt sei ein Hauptgrund für den Erfolgslauf gewesen und der Verein, der unter anderem Brustgurte zur Trainingsunterstützung anschaffte und dem Team ein Trainingslager im Winter ermöglicht, ist „extrem spendabel“. „Wir genießen es, wie es ist, schauen weiter von Spiel zu Spiel“, weiß der 44-Jährige, dass es in der „ausgeglichenen Liga schnell in die andere Richtung gehen kann“.

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Im Tabellenkeller sieht es indes düster aus. Söll und die Union eint neben der mageren Punkteanzahl (7) auch das Hadern mit liegengelassenen Zählern. „Wir könnten neun Punkte mehr haben“, meinten Sölls Georg Kirchmair und Unions Gogo Saringer unisono. „Realistisch gesehen sind wir abgestiegen, es braucht einen Wahnsinnslauf“, hofft Saringer mit personellen Verstärkungen auf eine Trendwende.