Letztes Update am Di, 06.05.2014 09:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handball

Handball Tirol drohen jetzt 20.000 Euro Strafe

Ein Aufstiegsverzicht würde Bundesliga-Finalist medalp Innsbruck Handball Tirol teuer kommen. Eine Lösung ist in Sicht.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – „Für die Mannschaft gibt es nichts Schöneres, als Meister zu werden!“, weiß Handball-Urgestein und Handball-Tirol-Funktionär Heinz Öhler. Nachdem med­alp Innsbruck Handball Tirol am Sonntag den HC Bruck im Halbfinale mit 26:22 (12:10)aus dem Titelrennen katapultierte, greifen die Tiroler ab 16. Mai gegen St. Pölten nach dem Bundesliga-Meistertitel. So weit, so gut. Doch der Triumph im allerersten Bundesliga-Jahr könnte die junge Truppe von Trainer Harald Winkler teuer zu stehen kommen. Bei einem Verzicht auf den Aufstieg in die Handball Liga Austria (HLA) drohen Innsbruck 20.000 Euro Strafe sowie der Zwangsabstieg in die Landesliga.

Ein Aufstieg in die Eliteklasse kommt für Sportkoordinator Thomas Lintner jedenfalls nicht infrage: „Das macht sportlich keinen Sinn. Unser Konzept ist darauf ausgelegt, dass Schwaz in der HLA spielt und Innsbruck in der Bundesliga.“ Das sei auch von der Politik und den Sponsoren so „gewünscht und gefordert“. Dass es sportlich derart gut läuft, sei erfreulich. St. Pölten sei im Finale ein unangenehmer Gegner, betonte Lintner. „Wir werden sportlich nicht tricksen, sondern alles aus der Mannschaft rausholen!“

Die Vorgabe zu verlieren gebe es nicht, bei Handball Tirol verfügt man dennoch über einen Winkelzug, um Strafe und Zwangsabstieg zu entgehen: den Verkauf der HLA-Lizenz. „Wenn wir das Finale gewinnen, werden wir uns einen Partner suchen und eine Spielgemeinschaft bilden“, skizzierte Lintner. Im Raum stehe eine formale Kooperation mit dem HLA-Fixabsteiger (entweder Ferlach oder Bärnbach). „Aber wir könnten auch mit einem anderen Team zusammenarbeiten.“

Das Szenario wäre gar nicht neu: Auch in der laufenden Saison firmieren die Innsbrucker unter dem Namen med­alp Handball Tirol/Ferlach. Dass die sensationelle Saisonleistung mit einem Bußgeld und dem Abstieg sanktioniert wird, sei jedenfalls ausgeschlossen, so Lintner: „Man kann davon ausgehen, dass wir die 20.000 Euro Strafe nicht zahlen werden!“