Letztes Update am Di, 02.09.2014 22:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handball

Gegen Hard wird‘s für Schwaz gleich beinhart

Mit neuem Trainer und einem alten Kapitän startet Sparkasse Schwaz Handball Tirol heute (19 Uhr, Osthalle Schwaz) gegen Serienmeister Hard in die neue Saison der Handball Liga Austria (HLA).



Von Tobias Waidhofer

Schwaz – Kresimir Marakovic ist kein Mann der großen Worte. Der neue Spielertrainer der Schwazer Handballer ist eher einer, der sich über Taten definiert. Deshalb ist es auch ein Ding der Unmöglichkeit, dem 33-Jährigen ein konkretes Saisonziel zu entlocken. „Meine Prognosen sind immer falsch. Deshalb sage ich lieber nichts“, meint Marakovic. „Aber wir sind Sportler, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen, ist klar.“

Dass sich das nicht ganz ausgehen wird, wissen die Verantwortlichen. Eine Steigerung zum vergangenen Jahr (Verpassen des oberen Play-offs, Aus im Viertelfinale) soll aber in jedem Fall drin sein. Neu im Schwazer Kader sind für diese Mission Youngster Balthasar Huber und der Weißrusse Anton Prakapenia. Thomas Kandolf war ja schon im Laufe der Frühjahrssaison von Innsbruck nach Schwaz gewechselt.

Besonders Prakapenia gilt dabei als Hoffnungsträger. Der 25-Jährige, dessen Mutter ebenfalls eine Profispielerin war, sammelte bei Dynamo Minsk (Champions League) und Brest (EHF-Cup) bereits Europacup-Erfahrung. Der 20-malige Nationalspieler hat sich mit Ehefrau Ektarina schon gut in der Knappenstadt eingelebt. „Ich fühle mich sehr wohl. Der Wechsel nach Österreich ist für mich eine große Chance“, meint der Mann für den linken Rückraum, der die vergangene Saison bei Chrobry Glogow (Polen) verbrachte. Seine Ziele verpackt der Hüne in simple Worte: „Ich will jedes Spiel gewinnen, was sonst?“ Eine Antwort, die besonders Marakovic gefallen wird.

Ersetzen müssen die Schwazer in erster Linie Dominik Bammer, der vergangene Saison zum Nationalspieler aufstieg und jetzt in Bregenz geigt. Youngster Patrick Juric soll in der Innsbrucker Bundesliga-Mannschaft Spielpraxis sammeln. Die Routiniers Andreas Lassner und Spyros Balomenos hatten ja schon im Frühjahr keine Rolle mehr gespielt.

Ganz im Gegenteil zu Marakovic, der – seit er 2010 nach Schwaz gewechselt war – eigentlich immer eine Hauptrolle einnahm. Bis zuletzt nur als Regisseur am Parkett, jetzt also als Spielertrainer auch an der Seitenlinie. Wobei Marakovic selbst noch gar nicht so genau weiß, wie sich das Ganze anfühlen wird. Wegen eines Muskelfaserrisses konnte der Kroate seine Truppe in der Vorbereitung nur von außen dirigieren. „Momentan bin ich nur Trainer“, lacht Marakovic, der für sein Comeback das Auswärtsspiel in Linz (6. September) anpeilt.

Unterstützen werden den Neo-Trainer zwei Fachmänner: Als Co-Trainer greift der lettische Nationaltrainer Ugis Vikstrems dem Kroaten unter die Arme. Stefan Öhler, Trainer der Innsbrucker Vize-Meistermannschaft von 2012, steht Marakovic in seiner Position als Koordinator zwischen Bundesliga und HLA, als „Berater und Unterstützer“ mit Rat und Tat zur Seite.

Zum Auftakt wartet heute (19 Uhr, Osthalle Schwaz) gleich der Serienmeister Hard. Die roten Teufel aus Vorarlberg reisen allerdings mit Verletzungssorgen an: Zuletzt erwischte es Spielmacher Marko Krsmancic. Zudem fallen mit Luca Raschle, Marko Tanaskovic (beide Achillessehnenriss), Frederic Wüstner (Seitenbandriss im Knie) und Thomas Weber (Bandscheibenverletzung) vier Leistungsträger aus.

Dafür zeigten sich die Harder am sommerlichen Transfermarkt überaus aktiv, die Abgänge von Dominik Schmid (Bietigheim), Bernd Friede (Karriereende) und Martin Kalischnig, den es zurück nach Tirol in die Innsbrucker Bundesliga-Mannschaft zog, wurden mit den Verpflichtungen von Wurfkanone Roland Schlinger, 94er-Teamspieler Daniel Dicker, dem früheren Schwazer Torhüter Franz-Stephan Stockbauer sowie Mitar Markez (zuvor FA Göppingen) kompensiert. „Der Harder Kader ist nach wie vor sehr gut, nur haben sie jetzt nicht mehr so viele Wechselmöglichkeiten. Das wollen wir nutzen“, will Marakovic einen Vorteil aus den Sorgen des Gegners schlagen.

Trotz des personellen Aderlasses bleibt Hard der HLA-Topfavorit. Auch Bregenz, den Fivers und West Wien wird einiges zugetraut. Dahinter soll dann aber schon Handball Tirol kommen. Der Kader ist stark genug, um bei den Top fünf anzuklopfen“, fordert Sportdirektor Thomas Lintner nach einem „Kennenlern-Jahr“.

Kennenlernen muss Manuel Gierlinger in Schwaz nicht mehr viel. Der linke Flügel (seit 2005 im Verein) ist der neue alte Kapitän. Er folgt auf Spielertrainer Marakovic und soll sein verlängerter Arm sein. Zumindest wenn der Kroate nicht selbst am Parkett steht.




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