Letztes Update am Mi, 08.10.2014 09:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Volleyball

Chrtiansky jr.: „Ich habe gemerkt, wie privilegiert mein Leben ist“

Hypo Volleyball Tirol präsentierte zum Saisonstart einen neuen Sponsor und den verlorenen Sohn, Stefan Chrtiansky jr.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Der Blick verändert sich, als Stefan Chrtiansky jr. noch einmal nach seinem Leidensweg gefragt wird. Das Lächeln weicht, kurzzeitig hat man das Gefühl, den Schmerz seines erlittenen Kreuzbandrisses noch einmal am Gesicht abzulesen. Mit demütiger Stimme sagt der 25-Jährige: „Dadurch habe ich gemerkt, wie privilegiert mein Leben als Sportler ist.“ Seine Worte begleitet ein Moment der Stille: „Ich bin froh, wieder daheim zu sein und dankbar, dass ich diese zweite Chance bekomme.“

Stefan Chrtiansky jr. war nach der Saison 2012 ausgezogen, um die große weite Volleyball-Welt zu entdecken. Es ging nach Trentino, dem Vorzeigeclub in Italien und in ganz Europa, am ehesten mit dem FC Barcelona im Fußball zu vergleichen. Chrtiansky: „Dort wird zweimal täglich 120 Prozent von dir verlangt, auf der anderen Seite gab es nichts, was wir nicht bekamen.“

Ein Jahr später wechselte der Sohn von Hypo-Headcoach Chrtiansky nach Frankreich zu Nantes, um alles, „was ich in Italien gelernt hatte, umzusetzen“. Das funktionierte. Doch kurz vor dem Saisonende kam die folgenschwere Landung. Das Knie ging nach innen, der Außenangreifer spürte sofort, dass es mehr sein musste: Kreuzbandriss und auch der Meniskus waren in Mitleidenschaft gezogen. Zwei Operationen und die Rückkehr ins vertraute Hypo-Nest später heißt es für Chrtiansky jr. noch bis Jänner „Bitte warten“.

Eine Verletzung, die auch nicht spurlos an seiner Psyche vorbeiging: „Mit einem Schlag wird dir alles genommen, was du dir in zehn Jahren Volleyball erarbeitet hast. Aber es hat mich stärker gemacht, auch wenn ich wieder bei null starte.“

Und was könnte ihm nach der Rückkehr fehlen? Chrtiansky: „Vielleicht die ausgeglichene, französische Liga und die vielen Zuschauer. Für die Leute dort war es stets ein Freudentag, wenn wir gespielt haben.“ Nichtsdestotrotz freut sich der 25-Jährige auf seine neue, alte Aufgabe bei den Dunkelblauen.

Und ein fitter Chrtiansky jr. kann bei der Umsetzung der ambitionierten Ziele mehr als nur helfen. Hypo-Manager Hannes Kronthaler hat viel vor: „Wir haben in der vorigen Saison alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.“ Nur in der Champions League fehlte das Ausrufezeichen. Das soll heuer folgen. Darum öffnete der Tiroler Zampano das Geldbörserl, verpflichtete sechs neue Spieler und kann auf einen 14-köpfigen Kader bauen, der „mich 15 Prozent mehr kostet“.

Das nötige Kleingeld kommt vom neuen zahlungskräftigen Sponsor Goldbet. Kronthaler: „Wir sind froh, einen internationalen Sponsor für unsere ambitionierten, internationalen Ziele gefunden zu haben.“




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