Letztes Update am Mi, 01.10.2014 09:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Laufsport

Tour de Tirol wandert auf neuen (Trail-)Pfaden

Ohne Kenianer, aber mit österreichischer Meisterschaft: Im neunten Jahr wagt die dreitägige Laufveranstaltung „Tour de Tirol“ einen Neuanfang.



Von Roman Stelzl

Söll – Der Halbmarathon ist gestrichen, die erste österreichische Speed-Trail-Meisterschaft geschaffen – und damit zweigt die „Tour de Tirol“ am Freitag auf einer neuen Etappe Richtung Zukunft ab. Es ist zugleich ein Schritt in die Moderne, den die dreitägige Laufveranstaltung tun will – sind die Meldungen für den Halbmarathon in den letzten Jahren doch „mehr und mehr stagniert“, wie Organisator Martin Kaindl erzählt.

Der Pfad schien abgenutzt, zumindest im Empfinden mancher Athleten. „Einige Leute sagten, nach acht Jahren wäre doch eine Trailstrecke etwas Lässiges. Das wird ihnen nun gemacht – und das geht voll auf: Wir sind jetzt der größte Traillauf Österreichs“, ergänzte Kaindl, der bei der derzeit guten Wetterprognose insgesamt über 2000 Starts erwartet. Die neuen Wege und Herausforderungen sollen also einen neuen Teilnehmerrekord bringen – die Basis dafür scheint gelegt, wobei die Grundzüge die gleichen bleiben.

Gelaufen wird an drei Tagen: Am Freitag wartet der Söller Zehner (10 Kilometer/255 Höhenmeter), am Samstag der klassische Kaisermarathon (42 km/2165 hm) und am Sonntag die Premiere des Pölven Trail (23 km/1200 hm), der zugleich als Premiere der Speed-Trail-ÖM in die Geschichte eingehen wird. Die Läufe gehen in die Tour-de-Tirol-Gesamtwertung (75 km) ein oder stehen für sich alleine, Nachmeldungen sind dabei jeweils bis kurz vor dem Start möglich. Berühmtester Teilnehmer beim Pölven-Trail ist Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann, der mit seinen 39 Jahren nach wie vor für den Ausdauersport brennt.

Auf eine Verpflichtung der kenianischen Top-Läufer habe man heuer verzichtet. Das Beispiel des Schweizer Jungfrau-Marathons im September habe unterstrichen, dass es nicht sinnvoll sei, wenn am Ende fünf Kenianer voranliegen. Kaindl: „Außerdem spielt das bei uns keine so große Rolle. Die meisten waren nur bis zum Halbmarathon vorne mit dabei.“

Am Start ist hingegen der ungarische Vorjahressieger Adam Kovacs ebenso wie Lokalmatador Alexander Rieder, der nach Rang vier heuer den Sieg angreift. Und das auf jeder Strecke – ob neu oder alt.