Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.04.2015


Radmarathon

Keine Zeitnehmung und bald Dopingkontrollen

Tirols Radmarathons 2015 geizen nicht mit Besonderheiten. Schwer, steil, zeitlos und sauber – beim „Ötztaler“ sollen Dopingkontrollen kommen.

© Union Raiffeisen Radteam TirolDie Veranstalter am Achensee hoffen am Sonntag auf 1000 Starter.



Von Florian Madl

Innsbruck – Othmar Peer ist einer jener Leute, die die Straßenradsaison herbeisehnen. Beruflich – weil er wie am Wochenende mit der Moderation des Achensee-Radmarathons seiner Passion nachgeht. Da könnte den 62-jährigen Mutterer auch der gestrige Sturz nach Kollision mit einem Autofahrer nicht bremsen. „Ein paar Prellungen, ein paar Schürfwunden – aber es geht schon.“

Dass er am Sonntag in Buchen stationiert ist, wo der Achensee-Marathon nach 95,5 km gewertet wird, und nicht erst in Achenkirch (nach 168 km), hat einen einfachen Grund: Die behördlichen Auflagen in Bayern lassen für die restlichen 70 Kilometer nicht mehr als eine Ausflugsfahrt zu, was angesichts des Karwendel-Panoramas durchaus vertretbar scheint: Es geht über die Mautstraße nach Vorderriß, Sylvensteinstausee und Achenwald, und das ohne Zeitdruck ...

Doch auch der Klassiker schlechthin unter den Rad-Touristik-Veranstaltungen rüstet sich: Beim Ötztaler Radmarathon wird am 30. August neuerlich das gesamte Startkontingent ausgeschöpft, das mit knapp 4000 Teilnehmern gedeckelt ist. Doch die Tatsache, dass heuer mit Lokalmatador Emanuel Nösig ein Podiumsfahrer positiv auf leistungssteigernde Substanzen getestet und suspendiert wurde, ließ auch in diversen Foren die Wogen hochgehen. „Warum testet man nicht auch beim Ötztaler?“, fragt sich ein Hobbyradler erbost. Bislang war das beim mit zahlreichen Assen gespickten Rennen nicht für nötig empfunden worden, doch Oliver Schwarz vom Tourismusverband erwägt eine Kehrtwende: „Wir laden die Nationale Anti-Dopingagentur herzlich ein, bei uns Kontrollen durchzuführen.“ Einfordern könne man das selbstverständlich nicht, da der Ötztaler Radmarathon kein Lizenzrennen des Österreichischen Radsportverbands (ÖRV) darstellt.

An der Finanzierung von Dopingkontrollen sollte es jedenfalls nicht scheitern. So soll ein kleiner Teil des Nenngelds künftig die Kontrollen finanzieren, die beim Rennen durchgeführt werden sollen. Schwarz: „Unser Motto lautet: Alles soll in die Veranstaltung fließen, um den hohen Standard zu halten.“

„Mit dieser Aktion wären die Veranstalter des Ötztaler Radmarathons Vorreiter“, begrüßt Radmoderator Othmar Peer diesen Schritt im Sinne der Transparenz.