Letztes Update am Mi, 29.11.2017 10:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sumoringen

Sumo-Champion Harumafuji tritt nach Prügel-Skandal zurück

Harumafuji, einer von derzeit nur vier Sumo-Kämpfern im höchsten Rang, hatte einen anderen Ringer bei einem Trinkgelage geschlagen.

© REUTERSDer skandalgebeutelte japanische Nationalsport Sumo kommt nicht zur Ruhe.



Tokio – Japans skandalerschütterter Nationalsport Sumo hat auf unrühmliche Weise einen seiner Champions verloren. Weil er einen anderen Ringer bei einem Trinkgelage aus Verärgerung geschlagen hatte, gab der aus der Mongelei stammende Harumafuji am Mittwoch das Ende seiner Karriere bekannt

Der 33-Jährige, einer von derzeit nur vier Sumo-Kämpfern mit dem höchsten Rang, hatte zugegeben, seinen rangniederen Landsmann Takanoiwa in einer Restaurant-Bar im Westen des Landes geschlagen zu haben. Medienberichten zufolge war Harumafuji darüber verärgert, dass Takanoiwa mit dem Smartphone hantierte, während er von Großmeister Hakuho getadelt wurde.

Über die Schwere der Verletzungen am Kopf von Takanoiwa hatte es widersprüchliche Berichte gegeben. Harumafuji soll ihn mit der Handfläche, seinen Fäusten und mit einer Karaoke-Fernbedienung traktiert haben. Harumafuji, der mit seinen zuletzt 137 Kilogramm einer der leichtesten Ringer in der höchsten Sumo-Klasse war, war 2012 nach Asashoryu und Hakuho als dritter Mongole in Folge in den höchsten Rang eines Yokozuna befördert worden. Auch Asashoryus Karriere ging 2010 ebenfalls wegen des Vorwurfs einer Prügelei abrupt zu Ende.

Der Eklat um Harumafuji ist der jüngste Tiefschlag gegen den japanischen Traditionssport. In den vergangenen Jahren hatten bereits Skandale um Drogenmissbrauch, illegale Wetten, Ringabsprachen und Verbindungen zur Unterwelt das einst hohe Ansehen des Nationalsports erschüttert. Hinzu kommen Nachwuchsprobleme. Anfang des Jahres war mit dem Ringer Kisenosato zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren wieder ein inländischer (japanischer) Sumo-Ringer in den Rang eines Yokozuna erhoben worden. Ausländische Ringer, viele aus der Mongolei, dominieren seit Jahren die etwa 40 sogenannten Sumo-Ställe, in denen die Ringer trainieren. (APA)




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