Letztes Update am Di, 08.12.2015 16:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Saisonbilanz

Tirols Motorsport-Elite erlebte in diesem Jahr nicht nur Höhepunkte

Für das Tiroler Formel-1-Erbe von Gerhard Berger oder Karl Wendlinger ist weiter kein Nachfolger in Sicht. Nichtsdestotrotz konnten die heimischen Piloten in ihren Serien den ein oder anderen Erfolg einfahren.

Lucas Auer konnte mit seiner Debüt-Saison in der DTM durchaus zufrieden sein.

© gepaLucas Auer konnte mit seiner Debüt-Saison in der DTM durchaus zufrieden sein.



Von Daniel Suckert

Das Aushängeschild: Für Lucas Auer war der Aufstieg in die härteste Tourenwagenserie der Welt (DTM) ein großer Schritt in puncto Professionalität. Dass aller Anfang schwer ist, war dem Kufsteiner durchaus bewusst. Dem Missgeschick am ersten Rennwochenende, bei dem der 1994 geborene Pilot in der Aufwärmrunde seinen Boliden im Kies parkte, folgten drei Top-Ten-Ergebnisse und eine Pole Position für Mercedes.

Der 21-Jährige musste sich mit dem neuen Boliden erst anfreunden. Schließlich gab der Neffe des zehnfachen F1-Siegers Berger fast ausschließlich in Formel-Autos Gas. Auer: „Der Umstieg war schwer, überhaupt keine Frage. Die ganzen Feinheiten eines Hightech-Tourenwagens kennen zu lernen, sich den ganzen Abläufen eines DTM-Wochenendes anzuvertrauen – das brauchte einfach seine Zeit.“

Zum Jahresabschluss hin gibt es nun ein besonderes PS-Zuckerl: Auer wird am kommenden Samstag bei der großen Mercedes-Abschlussfeier in Stuttgart unter anderem mit F1-Champion Lewis Hamilton (GBR) am Start stehen. Was seine eigene Zukunft bei den Stuttgartern betrifft, gibt es noch keine Neuigkeiten: „Es liegt an Mercedes. Natürlich würde ich am liebsten im kommenden Jahr auch wieder an den Start gehen und von den Erfahrungen profitieren.“

Rene Binder musste lange auf die ersten Punkte in der abgelaufenen Saison warten.
Rene Binder musste lange auf die ersten Punkte in der abgelaufenen Saison warten.
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Der Unermüdliche: Ob René Binder auch ein viertes volles Jahr in der Formel-Nachwuchsserie GP2 absolvieren wird, steht noch in den Sternen. Der Zillertaler möchte der qualitativ hochwertigen Rennserie treu bleiben. Auch wenn es heuer erneut nicht nach Wunsch lief. Zwölf Rennen trug er den Rennoverall des Trident-Teams – eine Streptokokken-Infektion und stetige Reifenprobleme warfen den 23-Jährigen zurück.

Vor dem Auftritt in Monza wechselte der Neffe des Tiroler F1-Pioniers Hans Binder zum Rennstall MP Motorsports. Der Wechsel lohnte sich, Binder konnte am italienischen Stiefel auf Anhieb anschreiben. Ein kurzer Ausflug in die Formel-Renault-3.5-Serie blieb ebenso positiv im Gedächtnis.

Nun heißt es vorerst abwarten und Tee trinken: „Ich möchte nicht in irgendeiner Hobbyliga Erfolge einfahren, sondern mich weiter mit den besten Fahrern messen. Diese Möglichkeit sehe ich in der GP2, aber auch beispielsweise in einer Langstrecken-WM.“

Der Oldie: Alles neu hieß es heuer für den Routinier Norbert Siedler. Der Wildschönauer tauschte den Porsche gegen einen Ferrari. Gleich drei Mal sicherte sich der 32-Jährige mit dem italienischen Sportwagen den Sieg (Blancpain-Serie) und konnte in jedem dritten Rennen auf das Siegerpodest klettern. In der Blancpain Sprint Series bestand bis zum letzten Rennen eine Chance auf den Gewinn der Meisterschaft. Siedler: „Hätte mir jemand vor der Saison die Abschlusstabelle gezeigt, wäre ich wohl extrem zufrieden gewesen.“

Clemens Schmid gab mit seinem Bentley im ADAC-GT-Masters Gas.
Clemens Schmid gab mit seinem Bentley im ADAC-GT-Masters Gas.
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Das Duo: Sowohl Dominik Baumann (BMW) als auch Clemens Schmid (Bentley) standen in der abgelaufenen Rennsaison beim ADAC-GT-Masters am Start. Und während sich der Rumer Baumann über die Vize-Meisterschaft freuen durfte, kam der Bentley-Bolide von Schmid nur mäßig auf Touren. Für Baumann gab es zusätzlich den Sieg in der Teamwertung zu bejubeln. Baumann: „Das tut gut. Wir haben noch einige Jahre vor uns, alles in allem war es doch eine super Saison.“