Letztes Update am Do, 27.10.2016 22:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sportlerwahl 2016

Brem und Hirscher sind Sportler des Jahres, Segel-Duo trennt sich

Großer Gewinner bei der Sportlergala 2016 war der ÖSV, der dank der Tirolerin Eva-Maria Brem und Marcel Hirscher einen Doppelsieg feierte. Im Team triumphierten die einzigen Olympiamedaillengewinner von Rio, die Segler Thomas Zajac/Tanja Frank. Die beiden stehen allerdings vor der Trennung.

© gepaÖsterreichs Sportler des Jahres 2016 heißen Eva-Maria Brem und Marcel Hirscher.



Wien – Olympia- und WM-Medaillen sind das eine. Aber die Anerkennung, die einem wie Donnerstag 371 österreichische Sportjournalisten zuteil werden lassen, sei dann schon „irgendwie was Großes“, meinte Eva-Maria Brem Donnerstag. Propheten mögen im eigenen Land wenig gelten, Sportler im Allgemeinen und Skisportler, wie sie im Besonderen sehr wohl. Das veranlasste die Tiroler RTL-Weltcupsiegerin am Donnerstag auch, die Trophäe vielen anderen zu widmen. Jenen, „die unserem Sport die Anerkennung geben, die dieser sonst nicht hätte“.

Eva-Maria Brem war sichtlich gerührt, als sie bei der Lotterien-Gala „Nacht des Sports“ von ihrem Landsmann Gregor Bloéb die begehrte Trophäe für „Österreichs Sportler des Jahres 2016“ entgegennahm. Stellvertretend, wie sie ein ums andere Mal betonte. Stellvertretend für Wegbegleiter, Freunde und eben Fans. Brem – eine überaus demütige Siegerin, zudem die siebente Skiläuferin in Folge und die erste Tirolerin seit Nicole Hosp (2007/Ski alpin).

Hirscher zum 3. Mal Sportler des Jahres

Ein wenig mehr Routine legte Marcel Hirscher an den Tag, keineswegs Abgeklärtheit. Auch der 27-Jährige wurde demütig, als er dem Sieger der Special-Olympics-Wertung, Manuel Auer, zunächst dessen Ehrenpreis überreichte. Am Ende des Abends war der Salzburger selbst an der Reihe, da wirkte er ein wenig routinierter. Immerhin durfte er schon 2012 und 2015 die Trophäe entgegennehmen. Hieß sein Rivale in den vergangenen Jahren noch David Alaba, so war diesmal Dominic Thiem sein Widerpart. Österreichs Tennis-Hoffnung gewann heuer vier Turniere und ist auf dem besten Weg, ins Masters der besten acht Spieler 2016 vorzudringen. Doch so weit reichte diesmal die Begeisterung für die Filzkugel nicht, der Ausgang einer Wahl war schon einmal knapper.

Bronze-Duo Zajac/Frank vor Trennung

Fußballer hatten heuer an sich keinen schweren Stand. Angesichts des starken ÖFB-Herren-Teams hätte man die Team-Wertung 2016 ohnehin als Selbstläufer tituliert. Das war vor der Europameisterschaft in Frankreich, die David Alaba, Marko Arnautovic und Co. von Wolke sieben gnadenlos auf Wolke drei stürzen ließen. Auf Wolke sieben saßen Donnerstag nämlich Thomas Zajac/Tanja Frank, die Bronze-Segler von Rio: Mannschaft des Jahres 2016! Es wird jedoch die einzige gemeinsame Trophäe des Duos bleiben, die Trennung steht bevor: „Wir haben entschieden, eigene Wege zu beschreiten“, meinte Thomas Zajac. Künftig wollen beide ein Steuer in Händen halten. Und irgendwann möglicherweise auch wieder eine Trophäe der Marke „Sportler des Jahres“.

Team des Jahres: Die Segler Tanja Frank und Thomas Zajac holten bei Olympia in Rio die Bronzemedaille in der Nacra 17-Klasse. Eine gemeinsame Zukunft gibt es allerdings nicht.
- gepa

Puch und Eder Parasportler des Jahres

Bei den Para-Sportlern wurden Natalija Eder und Peppo Puch ausgezeichnet. Eder gewann bei den Paralympics in Rio die Bronzemedaille mit dem Speer, Pferdesportler Puch war mit Gold in der Dressur und Silber im Freistil erfolgreichster rot-weiß-roter Teilnehmer bei den Paralympics.

Aufsteiger des Jahres wurde bei einer Publikumswahl Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger. Der Olympia-Sechste belegte in der allgemeinen Männer-Wertung Rang fünf hinter Basketballer Jakob Pöltl, der in der Nacht davor als erster Österreicher in der NBA debütiert hat. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung „Sportler mit Herz“ erhielt Ex-Fußballer Peter Hackmaier. Er und sein Team trainieren mit dem ehrenamtlichen Verein „Play Together Now“ mit Flüchtlingen.

Das sind die Sportler des Jahres (Punkte/Wertungen der Sportjournalisten)

Herren

1. HIRSCHER Marcel (Ski Alpin) 1570 Punkte (162 erste Plätze)

2. THIEM Dominic (Tennis) 1422 (112)

3. FUCHS Christian (Fußball) 524 (23)

4. PÖLTL Jakob (Basketball) 470 (23)

5. WEISSHAIDINGER Lukas (Leichtathletik) 360 (15)

6. ALABA David (Fußball) 327 Punkte (10 erste Plätze)

7. LANDERTINGER Dominik (Biathlon) 211 (4)

8. WIESBERGER Bernd (Golf) 164 (1)

9. HAYBÖCK Michael (Skispringen) 157 (1)

10. OUSCHAN Albin (Billard) 152 (5), 0)

Damen:

1. BREM Eva Maria (Ski Alpin) 1400 (135)

2. DADIC Ivona (Leichtathletik) 680 (50)

3. FLOCK Janine (Skeleton) 445 (21)

4. LOBNIG Magdalena (Rudern) 427 (23)

5. OUSCHAN Jasmin (Billard) 410 (22)

6. WALKNER Eva (Ski Freestyle) 402 Punkte (20)

7. IRASCHKO-STOLZ Daniela (Skispringen) 336 (10)

8. HÜTTER Cornelia (Ski Alpin) 320 (18),

9. SCHNADERBECK Viktoria (Fußball) 313 (19)

10. MAYR Andrea (Leichtathletik) 297 (16)

Mannschaft:

1. Thomas ZAJAC/Tanja FRANK (Segeln) 1509 (180)

2. ÖFB Frauen (Fußball) 740 (43)

3. ÖFB Herren (Fußball) 716 (50)

4. Lara VADLAU/Jolanta OGAR (Segeln) 405 (15)

5. ÖSV-Team (Biathlon) 241 (7)

Parasportlerin des Jahres:

Natalija EDER (Leichtathletik)

Parasportler des Jahres:

Peppo Puch (Pferdesport)

Special Olympics:

Manuel AUER Auer (Skilanglauf)

Aufsteiger:

Lukas WEISSHAIDINGER (Leichtathletik)

Sportler mit Herz:

Peter HACKMAIR